Donnerstag, Juni 30, 2005

Das hat er sich verdient

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Im Hintergrund der Durmitor
Ein schwerer Tag. Gestern ging es noch hoch her. Ich durfte direkt neben einer Kneipe bofen. Dort waren offenbar etliche Leute, die mich schon auf der Straße gesehen haben, zum Beispiel in Zlatibor. Da kam andauernd ein neues Bier an meinen Tisch. Zum Abschluss gab es noch das Finale vom Confed-Cup. Nach dem 3:0 der Brasilianer waren meine Bier aufgetrunken und ich bin in die Bofe. Am morgen gegen sieben mit einer halben Packung Waffeln losgefahren. Dass es erstmal hoch ging war klar und ich kurbelte auch fleißig hoch. Da ich mittlerweile alle Mützen verloren habe, musste ich mir ein T-Shirt als Turban binden. Auf der Hochebene, man ist eben nicht einfach oben, ging es schwer gegen den Wind. 

Die Brücke über die Tara-Schlucht
Endlich dann die Abfahrt in den Tara-Canon. Grandios! Marke Verdon, so wie ich das von den Fotos kenne. Die Straße führte über eine Brücke, ich tu mich mit Höhe schätzen schwer, sage aber mindesten 100 m. Ganz unten die Tara, ein glockenklarer Wildwasserfluss. Als Sensation wirde hier selbstverständlich ein Rafting durch die Schlucht angeboten. Die Schlucht ist ca. 50 km lang und unbegehbar, wirklich keine Chance. Der Canon ist reichlich 800 m tief. Denn diese Höhenmeter musste ich mich wieder hochkurbeln, zu den restlichen Waffeln nur ein Sandwich mit hart gerbratenem Fleisch (unkaubar) und Käse. Nach drei Stunden oben endlich angekommen ging es durch Prärie oder besser Pampa mit schwerem Gegenwind. Im Hintergrund der Fiz Roy pardon der Durmitor, die Ilusion von Patagonien war perfekt. Und ich ständig am Abnehmen, tatsächlich habe ich mehrmals geschoben. Dann das Ortsschild "Zabljak" garniert mit einem Haus und dem großen Schriftzug "Restoran". Alles nur eine Fata Morgana, es waren noch etliche km vorbei an übelsten Roma-Lagern hinein nach Zabljak, die Verheißung.

Glockenklare Tara
Ich war vor einigen Tagen in Zlatibor, ein äußerst hübscher Ort. Hier sieht alles aus wie Abriss. Naja, Restorans und Hotel gibt es. Und an manchen Stellen ist es auch sehr schön. Über allem thront der Durmitor. Den werde ich morgen angehen, ich gönne mir hier zwei Ruhetage. Der Wolf ist nämlich auch noch nicht weg.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Mittwoch, Juni 29, 2005

Noch nicht ganz oben

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Prijepolje im Tal des Lim
Gestern ging noch was: Statt zu den Anglern am Stausee bei Kokin Brod unmittelbar bei einer Kneipe zu campen, bin ich noch ein Stückchen gefahren ... Ein Stück heißt es wohl besser. Eine Auffahrt stetig und machbar brachte mich nach 6 km auf einen Pass mit der Industriestadt Nova Varos. Und dann ging's aber ab, nach 15 km durch ein wildes Tal. Hier haben sie die F-Straße durch die Felsen einer Schlucht geschlagen. Ich befürchtete schon gar keine Bofstelle zu finden. Gab's dann aber.
Heute habe ich mich mächtig verfahren. Nach der Passauffahrt aus dem tiefen Tal des Lim, bestimmt knapp 1000 Höhenmeter bin ich falsch abgebeogen. Die Himmelsrichtung nach der Sonne bestimmen ging nicht, mein Schatten ist genau unter mir. Also bin ich auf dem karstigen Hochplateau eine Stichstraße nach Norden abgekommenj. Erst als die Straße am Ende ihrer Bestimmung in Gornje Babine war, hat der überhebliche Ebs gefragt ... Wieder 15 km über einige zünftige Huckel retour und mein Schatten war immer noch genau unter mir. Nur wenige Bäume werden hier so groß, dass sie viel Schatten für mich spenden können. Und nie bin ich ganz oben, es gibt immer noch einen kleinen fiesen Huckel dazu.
Aber es gibt bei einer Ansammlung von mehr als 10 Häusern immer ein Lädchen. Das ist sehr wichtig, so kann ich meinen Flüssigkeitsspiegel halten. Alle diese Lädchen haben im Kühlschrank Erfrischungsgetränke, darunter immer Bier. Meist die wirklich schmackhafte Marke "Jelen Pivo" - Hirschbier aus der Vojvodina.
Die Leute hier sind alles mächtige Menschen, oft muss sogar ich nach oben gucken. Kein Wunder dass die Serben viele excellente Basketballer haben, auch in der NBA. Was aber noch beeindruckender ist, die Mädels. Die Beine sind X-large und sie laufen extrem aufrecht und stolz. Und in jedes Lädchen gehört ein solches Mädchen.
Jetzt bin ich Pljevija in Montenegro, eine Stadt, wo ich drei Moscheen gesehen habe. Auf der Straße ist alle Nasen lang Polizei und kontrolliert die Fahrzeuge. Bin ich hier in einer albanischen Gegend? Von der Sprache kann ich keinen Unterschied feststellen. Auf mein "Dober Dan" kommt die entsprechende Antwort. Aber die Häuser scheinen hier ein bisschen ärmlicher zu sein.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Dienstag, Juni 28, 2005

Golfplatz für Riesen

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Großgemeinde Kremna
Heute ging's durch eine herrliche Landschaft. Allerdings musste ich ersteinmal hinkommen. Eine ordentliche ca. 15 km lange Passauffahrt musste überwunden werden. Zum Glück war die Straße perfekt ausgebaut, stetige Steigung, sogar einen Tunnel haben sie neu in den Berg gepickert. Das ist die einzigste Straße an die Adria für die Serben, ohne Feindesland durchqueren zu müssen. Trotzdem hält sich der Verkehr in Grenzen. Oben dann eine lichte Steppenlandschaft zwischen den Bergen mit einzelnen knorrigen Kiefern. Bilder aus Montana zeigen eine ähnliche Landschaft, nur dass hier Rindviecher statt Bisons rumlaufen. Vor denen wird auch laufend per Verkehrsschild gewarnt. Die Straße führte allerdings laufend über Huckel, die ganz schön geschlaucht haben.

Gastliche Stätte im Zlatibor
Irgendwie werden die Leutchen immer freundlicher. Heute hab, ich "refugees" aus Bosnien getroffen. Die sind als Serben aus dem muslimischen Gebiet (Tuzla) vertrieben worden und kamen aus Schweden. Ihr Ziel ist Budva an der montenegrinischen Adria-Küste. Vielleicht treffen wir uns nochmal, wäre schön für mich, der Vater hat mir nämlich gleich ein Bier ausgegeben. So ist das heute eine sehr bierreiche Tour geworden. Beim Essen war der Koch über die Tour so begeistert, da gab's auch gleich ein Bierchen auf's Haus.
Das Wetter ist wieder besser, eine leichte Brise erfrischt den Radler und putzt den Himel. Glockenklare Sicht und Photowolken, heute hat permanent die Motivklingel gebimmelt.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Montag, Juni 27, 2005

Zwei Versuche

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Das Gewitter hat nicht richtig die schwüle Hitze vertrieben. Schon bald merkte ich, dass heute es sehr schwer werden würde. Ich muss aus dem Drina-Tal raus, was bedeutet einen 1000m-Pass zu überwinden. Ich bin früh ans "Ende" des Drina-Tals gefahren. Hier wird der Fluss am Ende des Drina-Canon aufgestaut. Hier steigt die Straße in vielen Kehren eine Wand auf, ich schätze über 600 Höhenmeter. Hat mich sehr beeindruckt und nach ca. einem Drittel der Höhe und mörderischer Hitze auch abgewiesen. Ich hatte die Schnauze voll. Also wieder zurück nach Bajina Basta und die zweite Möglichkeit angegangen. Naja, nun war erst recht Mittag. Wenigstens gab es nach der Hälfte ein Dorf und damit eine große Pause mit zwei Kola und einem Bier. Trotzdem habe ich immer mal wieder geschoben.

Oben am Pass gab's dann ein gutes serbisches Essen, Fleisch und Gemüse. Meine Frage nach was zu Essen, hat die Tochter des Hauses sofort bestätigt. Doch dann hat sie mit ihrer Mutter diskutiert, was man nun mit dem Ausländer macht. Mehrmals fiel das Wort Ciorba, also Suppe. Letztendlich kriegte ich doch noch die Speisekarte zu sehen. Meine Bestellung löste begeisterte Erleichterung aus, man konnte zünftige serbische Küche vorführen und ich war der Freund der Oma. Bald darauf brutzelte es hinten und ich konnte dem Op' und den Gästen mein Rad zeigen. Die Oma hat mir dann noch ein Fladenbrot mit Schafskäse eingepackt, für wetscher - abends.
Nach der schönen Abfahrt sitze ich in Kremna in der Kneipe und werde gerade vom Förster mit dem zweiten Slivovic traktiert - ihr seht, langsam komme ich in Gegenden mit herzlichen Serben. Dieses Kremna sieht aus wie die Saalfelder Höhe nur mit noch mehr kleinen Häuschen besiedelt. Verblüffenderweise gibt’s auch eine ordentliche Mobilfunkverbindung, so dass ich diesen Bericht senden kann.
PS.: Ich habe ein mächtiges Wölfchen von den vielen scharfen Paprikaschoten zum serbischen Fleisch.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Sonntag, Juni 26, 2005

Spricer

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Die Temperaturen gehen immer höher, es ist nur ganz früh und auf der Fahrt auszuhalten.
Ich bin immer noch im Tal der Drina, immer noch ist das andere Ufer Bosnien. Gekommen bin ich bis Bajina Basta in der Nähe des Tara-Nationalparks. Drüben in Bosnien donnert und blitzt es, die Schwüle des Tages entlädt sich in einem Gewitter. Ich fand, dass das eine geeignete Ausrede ist ins Hotel zu gehen. Alles klebt, und so war ich heute auf Heinrichs Spuren als Waschfrau.
Gestern Abend hat mich jemand gefragt, ob der Serbische Mann böse ist. Und hier steht an der Wand: Mladic Cheroj - Mladic Held. Den kleinen Leuten beschäftigt es offenbar, wie sie in der Welt angesehen werden. Aber die Berichterstattungen in den Medien ist einseitig. Gestern konnte ich zwar im ZDF die erste Halbzeit von Deutschland vs. Brasilien gucken, aber die einfachen Leute kennen keine Fremdsprachen und gucken nur ihre eigenen Sender. Wenn sich herausstellt, dass Einer in Deutschland oder in Österreich war, kann er nur wenig deutsch, so eben auch das Bäuerchen, das schon um sein Ansehen besorgt schien. Heute vormittag habe ich einen kleinen ca. 7km langen Abstecher in die Berge gemacht und das Monastir Soko Grad besucht. Ein modernes und nobles Kloster mit Übernachtungsbetrieb. Viele der Einheimischen machten mich auf dieses Kloster aufmerksam, toll gelegen zwischen hohen Felswänden.
Nun kann ich auch wieder meinen speziellen Durstlöscher bestellen: Weinschorle heißt hier Spricer.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Samstag, Juni 25, 2005

Jetzt haben die Loküsse nur noch Löcher

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Heute hat mich die Sonne wieder ordentlich früh geweckt.
Langsam bin ich auf dem Balkan angekommen. Die Loküsse haben nur noch Löcher und am Baum vor der Kneipe hängen die Häute der Tiere, die auf der Speisekarte stehen. Im Ernst, im Grill vor der Kneipe dreht sich nicht ein Schwein, sondern ein Hammel. Sein Balg hängt als "Reklame" (O-Ton des Kneipers) am Baum an der Straße. Ich habe mir ein halbes Kilo anrichten lassen, mit Schopski Salat (heißt hier auch so) und Brot.
Ich bewege mich jetzt im Tal der Drina, direkt an der Grenze zu Bosnien. Srebrenica ist nicht weit. Keiner der Serben hat mich bisher gewarnt rüber zu fahren. Ich habe aber zuviel Schiss wegen Minen, ich muss mir ja 'ner Stelle zum Bofen suchen. Sehr gesprächig sind die Leutchen hier nicht, nur so woher und wohin. Mit dem Wirt habe ich ein bisschen mehr gequatscht, aber difizile Themen hat keiner von uns angefangen. Ansonsten ist das hier jetzt eine ärmere Gegend als in der Vojvodina.
Ich bin jetzt richtig in den Bergen drin, fast eine kleine Schlucht hier.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Freitag, Juni 24, 2005

Verschlafen

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Dorf in der Fruška Gora,
Ja, heute verschlafen: Ich hörte früh Stimmen, von denen ich glaubte, die müssten mich wecken. Die wollten die Zimmer machen, möglicherweise. Die Uhr zeigte 1/2 9 Uhr. Ich habe dann sehr schnell gepackt und weg.
Nun galt es den Übergang über die Donau zufinden. Ich hatte bisher noch keine Anzeichen der amerikanischen Angriffe von 1999 gesehen. Sie haben ja alle Donau-Brücken zerstört. An einer Flussschifffahrtswerft (richtig geschrieben?) waren sehr viele Kräne am Wirken, direkt daneben ein Armeeobjekt mit einem Anker als Kennzeichen. Diese Gebirgsmarine zu Fuß war sicher ein Ziel. An der großen Autobahnbrücke wird noch gebaut. Eine kleinere Brücke gibt’s zwischen Novi Sad und Petrovaradin, wo der LKW-Verkehr drüber geht. Ich bin über die Behelfsbrücke aus Pontons, die die komplette Donau absperrt. Ich konnte nicht erkennen, dass man da was öffnen kann, um die Donaudampfschifffahrt durchlassen zu können.
Dann ging es in den Fruska Gora - der heiligen Fruska Gora mit mehr als einem Dutzend mittelalterlichen serbischen Klöstern gilt als einer der drei heiligen Berge in der christlich-orthodoxen Welt. Und heute viel Armee: Ich glaube es gibt auch wieder einige Radarstellungen. Hier hatten die Amis viele Ziele identifiziert, sogar einige Klöster. Eine Baustelle an einem Kloster habe ich gesehen, ob's aber ein Treffer war? An den Armeeobjekten konnte ich keine Schäden erkennen.
Der erste Weg, den ich über die Berge nahm, war ein Irrweg. Aber ein wertvoller Irrtum, ich kam an einem phantastischen Bergsee - ein alter Steinbruch. Das Wasser wurde dem See über zwei Wasserfälle zugeführt. Grandios! Und eine tolle Rettungsschwimmerin war da, Model ++. Nur musste ich umkehren und die ganze gewonnene Höhe bei 10% Steigung in der Mittaghsitze zurückgewinnen. So bin ich heute nur bis Sremska Mitrovica gekommen, wo ich noch über die Save möchte und dann einen Platz zum Zelten finden. Morgen geht es dann langsam an der Drina ins Gebirge.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Donnerstag, Juni 23, 2005

Neuland unterm Pneu

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Die Donau bei Mohacs
Der Platz zum Zelten war noch ein ganz Außergewöhnlicher, aber auf solchen Touren eigentlich normal. Ich bin bei Mohacs noch mit der Fähre über die Donau und auf kleinen Straßen bis auf 10 km an den Grenzübergang nach Szombor gekommen. In einem gottverlassenen Dorf fragte ich bei der Kneipe nach einem Platz zum Zelten. "Was brauchst Du zum Zelten, hier ist Platz immer!" Ein Schwab, der Herr Mühl, ca. Mitte Dreißig, war der Wortführer der Truppe. Das war eben der ungarische Schwab, fünf Jahre auf Schwarzarbeit in Deutschland, der Intellektuelle, der immer englisch mit mir parlieren wollte (war auf zwei Universitäten, hat aber seinen Gripps wieder versoffen) , ein Jud, kannte nur Jiddisch und Ungarisch und noch ein paar Typen. Das erste Halbe hab, ich noch bezahlt, dann kam immer wieder ein Neues von ganz alleine. Nur eine kleine Unterbrechung zum Zelt aufbauen. Schwerer Abend.
Trotzdem konnte ich früh nach Serbien starten. Die Ungarn waren ob dieses Vorhabens genauso konsterniert, wie ihre Landsleute in Mateszalka, wenn man nach Rumänien wollte. Der Ungar an sich kennt seine östlichen ärmeren Nachbarn nicht so gut und traut ihnen deshalb nicht so richtig über den Weg. Trotz, dass dort auch viele Ungarn leben in der Vojvodina.
Durch dieses landwirtschaftliche Gebiet ist es unspektakulär zu fahren. Und mit dem Rückenwind werde ich wohl heute noch bis Novi Sad kommen.
Mancher hat sich vielleicht schon gewundert, es gab noch nicht viel übers Essen. Habe ich mir extra für Serbien aufgehoben. Schon oft gesehen, aber noch nicht probiert, die Schweine am Spiess am Wegesrand. Fast jede Landkneipe hat einen großen Feuergrill vor der Tür an der Straße stehen.
Bei mir gab's heute was aus der Überraschungsliste. Die Speisekarte war in eienm ganz altertümlichen Kyrilisch geschrieben, ich konnte nur entziffern: Ciorba und Speise frisch zubereitet. Also gab es gute Suppe, im ersten Moment dachte ich an Pilze, wird aber Euter oder ein anderes lebenswichtiges Organ einer Kuh gewesen sein. Das Hauptgericht war ein riesiges Mici (Vorsicht Wortspiel: Bedeutet sehr großes Kleines). Will also sagen: Knapp 20 cm langes und 4 cm im Durchmesser gefülltes gegrilltes Gehacktes - sehr gut.
Noch in Novi Sad eingetroffen. Was ich als Zeltplatz erwartete erweist sich als Hotel. Nun die Donau sieht mich frisch geduscht, bin eben dann ins Hotel.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Mittwoch, Juni 22, 2005

Und er lebt noch

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Die Burg von Siklos
Nun regiert wieder der Ernst der Tour, das heißt, es gilt das Gepäck wieder bei großer Hitze über die südun- garischen Hügel zu bewegen. Ich bin nach dem kleinen Frühstück bei dem Ömchen in Richtung Harkany gefahren. Das ist ein berühmtes Rheuma-Bad. Laut Blutbild und -senkung von meiner Doktorn brauch ich da nicht rein, also weiter nach Siklos.
Der Kapitän vom Tenkesberg, er lebt noch
Ja, er lebt noch, der Kapitän vom Tenkesberg mit seinen Kuruzzen. Eine ganze Sektion auf der Burg von Siklos ist ihm gewidmet. Leider ist der Autor schon gestorben, es gibt also keine Fortsetzung. 

Weinkeller in Vilany
Aber guten Wein, denn hier ist die Weinstraße von Vilany. In den Kellern konnte ich einige Dezi kosten, zum Glück waren die Anstiege nicht mehr ganz so steil, aber die Hitze.
Bin jetzt in Mohacs und werde hier an der Donau einen Platz zum Zelten suchen.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Dienstag, Juni 21, 2005

Man gönnt sich ja sonst nichts

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Als ich gestern einen Taxifahrer nach dem Zeltplatz in Pecs fragte, grinste er über alle Backen: "Immer hoch auf den Berg!" Und ich schob mein Rad mit dem Gepäck schon. Also konnte die Devise nur heißen, durchhalten! Nach einigen hundert Metern bemerkte ich ein "Hallo" hinter mir. Ein Ömchen, ganz außer Atem, wollte mir ihre Pension anbieten. Alles war so schön, dass ich zwei Nächte bei ihr buchte.
Heute morgen bin ich ohne Gepäck hoch ins Gebirge. Gebirge möchte man schon sagen, ich war auf dem Gipfel bei 611 m. Wieder fand ich einen schönen aber steilen Waldweg zum Gipfel. Bergab gings dann über einige Kuppen locker bergab. Die Straße war zwar für Radler verboten. Mir war das aber unklar, die maximale Geschwindigkeit von 60 km/h kann ich doch bergab locker halten.
Gerade bin ich vom Abendspaziergang durch die schöne Stadt Pecs zurück. Hier gibt es ein Weltkulturerbe: 2000 Jahre alte christliche Grabstätten. Blasphemisch könnt' man sagen: Die haben gleich nach Himmelfahrt sich von Jerusalem aufgemacht, um hier zu sterben. Sopianae heißt dieser Ort in der lateinischen Geschichte - wirklich sehr beeindruckend. Es sollen mit die ältesten christlichen Fresken sein. Man errichtet mit großem technischen Aufwand, zum Beispiel klimatechnisch, ein Museum. Die Grabmähler liegen mittlerweile schon anderthalb Meter unter der heutigen zivilisatorischen Oberfläche.
Da ich für 1000 HUF ein Special Ticket erworben habe, durfte ich noch im bischöflichen Weinkeller einige Tropfen verkosten ... Oh, ohne mittäglicher Grundlage. Aber dafür war Abhilfe nicht weit. Es findet gerade ein Folkfestival in Pecs statt. Dazu gehört auch eine schöne Fressgass mit einheimischen Spezialitäten. An der großen Pfanne kennen die mich schon von gestern Abend.
Morgen wird es wieder ernst. Es geht über Harkany und Siklos nach Mohacs. Das sind viele Sehens- und Kostenswürdigkeiten ... Warten's wir mal ab.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Montag, Juni 20, 2005

Im Mecsek

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Ja, jetzt wird es ernster. Ich bin im Gebirge. Nach einigen Kilometern zum Einrollern ging's die ersten Steigungen hoch. 10% stand dran. In Nadasch (Meszeknadasd) habe mal wieder ein erfrischendes Getränk zu mir genommen. Es war eines der vielen Dörfern mit zusätzlichem deutschen Ortssschild. Der Wirt war einer der Donau-Schwaben und hatte viel zu erzählen. Ca. 19% beträgt der Anteil der Schwaben an der Dorfbevölkerung. Wir müssen mal im Mai oder zum 20. August hin. Dann wird nämlich gefeiert: Ein Paprikasch-Fest wo aus 120 Töpfen aufgetragen wird - das schwäbische Gericht Paprikasch vom Schwein. Im August ist Kirmes, da geht es hoch her mit 4000 Gästen. Der Wirt sah wie ein guter Koch aus, ich glaube das lohnt sich. Bei einem Durchschnittsverdienst von umgerechnet 400 EUR findet er aber trotzdem niemanden der für ihn in den Weinberg geht oder auf's Feld. Die Preise sind aber fast so hoch wie bei uns: Der Diesel kostet hier auch schon knapp über einem Euro.
Nach der Stärkung aus seinem Weinkeller wurde es ernst. Laut Karte endet der Weg in Obanya (Altglashütte). Der Wirt bestätigte aber, dass ein Weg hoch ins Gebirge führt: "Du musst aber dein Rad tragen!" Es wurde eine richtige Schlucht mit diversen Watstellen und auch Wasserfällen. Doch dort führte der Weg zum Glück immer drum rum, also wenigstens keine Leitern oder ähnliches. Ich hab fürchterlich geschwitzt, deshalb muss ich gerade wieder mit "Dreher classic" - ein Bier, das seiner grünen Flasche voll gerecht wird - wieder nachfüllen. Zum Glück findet sich immer ein kleines Lädchen. Ein gutes DREHER kostet 220 HUF, einen knappen Euro.
Pecs - Fünfkirchen: Eine davon war mal 'ne Moschee
Nun Kommt die Belohnung: Ein Turnedo-Steak medium. Noch weiß ich nicht, was das ist, aber es klingt gut. Aber der Weg hierher war schon bestens, kleine Sträßchen durch den Wald, aber immer auf und ab. Das hat großen Hunger gemacht, der jetzt in einem edlen Restaurant in Pecs gestillt werden soll. Neben mir sitzen ein paar Hamburger, offentlich von Reemtsma. Waren offensichtlich auf Einkaufstour bzw. Verkaufstour in der ganzen Welt: Singapur, Shanghai, Südafrika, Kuala Lumpur ...
Ich möchte mich schon mal bei meinen SysOp Helmut Elsner bedanken. Er schaltet meine Ergüsse immer frei.
Übrigens will ich es mal wieder zwingen und spiele Lotto - die erste SMS ist schon gekommen, 10 Euro.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Leichtes Pedalieren

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Auf der Insel Csepel in der Dona
Gestern Abend war es schon zu dunkel als ich auf den Zeltplatz bei Szekszard einrückte. Leider sah alles ganz verwaist aus, das schöne Restaurant war verrammelt. Nach einer Runde über das Gelände hörte ich ein Hallo. Ich durfte doch noch meinen Obulus von 1500 HUFen (entspricht 6 EURonen) entrichten. Dafür erhielt ich einen Schlüssel für eine Hütte, damit konnte ich duschen und auch ordentlich den Thron besteigen. Kurz darauf hörte ich ein Auto ... Nun hätte ich gleich ganz unter den Moskito-Baldachin ins Bettchen kriechen können. Aber das Zelt stand schon und allein, was solls.
Ich lasse es sehr ruhig angehen. Nach derm großen Gespritzten zu Mittag bei Kalosza legte ich mich zur Siesta nieder. Und auch sonst so werden die Gelegenheiten für ein erfrischendes Getränk oder einen guten Espresso genutzt. Heute sehe ich nun erstmals Berge, ich bin am Meszek-Gebirge. Die Straße hier ist als Weinstraße gekennzeichnet.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Samstag, Juni 18, 2005

Langsam angefangen, trotzdem ueber den Plan

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Bei Dunaujvaros: Ich bin noch auf der großen Donau-Insel Csepel. Die Nordspitze ragt fast in das Zentrum von Budapest, während die Südspitze schon ein Drittel des Weges bis zur Grenze bedeutet. Und da bin ich jetzt, am Südzipfel der Insel auf einem Anglerzeltplatz auf einer kleinen Flussinsel. Das Wetter ist bestens. Der ständige Wind hat den Himmel blank geputzt und die Mücken in ihren Verstecken gelassen. Der Wind kommt von der Seite, ja fast von hinten und stört kaum.
In Budapest gibt es zwar Radwege, aber entlang von Hauptstraßen, nervig. Aber bald fand ich einen kleinen Pfad entlang der Kek Dunaj, der kleinen, naturbelassenen Donau. Vielleicht interessiert sich noch jemand für den Bierzähler: Drei plus nachher noch eins. Also mit dem Ebs läufts, wenn ich auch noch furchtbar kutze. Im Zug heut Nacht habe ich mir keine Freunde gemacht. Wird wohl auf dem Zeltplatz auch so sein.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

Freitag, Juni 17, 2005

Test der Technik

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Bin in München und warte auf den Zug nach Budapest. Neben mir steht ein halbleeres Bierglas, das zweite schon.
Viele Grüße von Unterweqs
Eberhard Elsner

Montag, Juni 13, 2005

Start eines Blogs

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Hier sollen einigermaßen regelmäßige Kurzberichte von meinen Touren veröffentlicht werden.
Der Testfall wird die Solotour auf den Balkan sein. Seid nicht zu hoffnungsvoll, ich will hiermit lernen, solch einen Blog zu schreiben.