Dienstag, Juni 21, 2005

Man gönnt sich ja sonst nichts

Als ich gestern einen Taxifahrer nach dem Zeltplatz in Pecs fragte, grinste er über alle Backen: "Immer hoch auf den Berg!" Und ich schob mein Rad mit dem Gepäck schon. Also konnte die Devise nur heißen, durchhalten! Nach einigen hundert Metern bemerkte ich ein "Hallo" hinter mir. Ein Ömchen, ganz außer Atem, wollte mir ihre Pension anbieten. Alles war so schön, dass ich zwei Nächte bei ihr buchte.
Heute morgen bin ich ohne Gepäck hoch ins Gebirge. Gebirge möchte man schon sagen, ich war auf dem Gipfel bei 611 m. Wieder fand ich einen schönen aber steilen Waldweg zum Gipfel. Bergab gings dann über einige Kuppen locker bergab. Die Straße war zwar für Radler verboten. Mir war das aber unklar, die maximale Geschwindigkeit von 60 km/h kann ich doch bergab locker halten.
Gerade bin ich vom Abendspaziergang durch die schöne Stadt Pecs zurück. Hier gibt es ein Weltkulturerbe: 2000 Jahre alte christliche Grabstätten. Blasphemisch könnt' man sagen: Die haben gleich nach Himmelfahrt sich von Jerusalem aufgemacht, um hier zu sterben. Sopianae heißt dieser Ort in der lateinischen Geschichte - wirklich sehr beeindruckend. Es sollen mit die ältesten christlichen Fresken sein. Man errichtet mit großem technischen Aufwand, zum Beispiel klimatechnisch, ein Museum. Die Grabmähler liegen mittlerweile schon anderthalb Meter unter der heutigen zivilisatorischen Oberfläche.
Da ich für 1000 HUF ein Special Ticket erworben habe, durfte ich noch im bischöflichen Weinkeller einige Tropfen verkosten ... Oh, ohne mittäglicher Grundlage. Aber dafür war Abhilfe nicht weit. Es findet gerade ein Folkfestival in Pecs statt. Dazu gehört auch eine schöne Fressgass mit einheimischen Spezialitäten. An der großen Pfanne kennen die mich schon von gestern Abend.
Morgen wird es wieder ernst. Es geht über Harkany und Siklos nach Mohacs. Das sind viele Sehens- und Kostenswürdigkeiten ... Warten's wir mal ab.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

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