Freitag, Juli 08, 2005

Zum Glück gezwungen


Der Uhrturm in Kotor
Der Glückstag gestern hatte noch ein überraschendes Ende. Denn einen Meter neben der Adria ist zwar Platz für ein paar Häuser, doch dann kommen eben wirklich die nächsten knapp tausend Höhenmeter nur Felsen. Es ist kein Platz für einen Campingplatz oder sonstiger Bofstelle. Das habe ich nicht bedacht, als ich Risan in der Dämmerung verlassen habe. Das nächste Kloster war ein Nonnenkloster, die wollten mich nicht in ihrem Garten haben. An den Häusern waren immer Schilder "sobe, rooms, Zimmer". Aber die wollten nicht für eine Nacht vermieten. In Kotor seien Hotels. Kotor war 18 km weiter und es war dann auch schon dunkel. Mein Fahrrad ist ohne Beleuchtung, ich hatte mir als Rücklicht meine Taschenlampe umgebunden. In den Hotels drei an der Zahl, alle von einer Gesellschaft, waren keine Zimmer mehr frei. Ich habe mich schon auf eine sehr raue Bofe eingestellt, so beispielsweise der Friedhof. Doch auch hier alles Stein und Beton. Die Ausfallstraße nach Tivat führte direkt in die Berge, da war in der Dunkelheit auch nichts zu finden. Also zurück in die Stadt, da räumte einer gerade seine Restaurantstühle rein. "Have you a room for one or two days?" Bevor er antworten konnte, rief eine Frau aus dem Hintergrund gleich: "Nur für zwei Nächte!" Und so loggte ich beim Torwarttrainer der serbisch-montenegrinischen Nationalmannschaft eben für zwei Nächte ein. Zoran Lemajic ist ein guter Kumpel, er gab mir noch ein Bier gratis zum Einschlafen.
Die Bucht von Kotor
Heute morgen habe ich mir seine Trophäen ansehen dürfen, immerhin war er mit Figo bei Sporting Lissabon in einer Mannschaft und gewann (wenn ich es richtig verstanden habe) den UEFA-Pokal.
So bin ich heute nur ein paar Kilometer zurück, was ich eben gestern nur in der Dunkelheit durchfahren habe. Die Burg von Kotor habe ich erobert, muss man wohl so sagen, denn es geht beträchtlich steil nach oben. Ich bin mir nun auch sicher, warum solche Burgen nie erobert wurden. Der Einzigste der oben ankam, kriegte das Burgfräulein für das Versprechen, zu erzählen, dass die Burg wieder nicht erobert werden konnte.
Viele Grüße von Unterwegs
Eberhard Elsner

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