Donnerstag, Juli 02, 2015

Reinrollen nach Plowdiw

Krichim am nächsten Morgen

Da es eine einfache Etappe ist mal was über das Essen. Als ich letztens die Shkembe-Suppe probierte war ich schon enttäuscht, sehr lasch. Ich habe zwar von allen Ingredenzien, die mir hingestellt worden, was rein getan. Aber zu wenig. Jetzt habe ich schon viel mehr gelernt. Der Bulgare an sich will individuell nach würzen. Das geht beim Salat los, und das gilt besonders für die Shkembe.
Würze für die Shkembe
Hauptzutat ist der mit Knoblauch-Spänen versetzte Essig. Dann noch Salz und Pfeffer. Wenn man von dem Essig ordentlich dazu tut, schmeckt es aber wie unsere saure Flecke. Nach dem heutigen Versuch also künftig abgewählt. Zum Shkembe-Frühstück gehört noch ein großes Glas Joghurt, was wirklich lecker ist. Bei dem reichlichen Fleischgenuss gehört nämlich ein Katalysator in den Verdauungsreaktor. Insgesamt darf ich schreiben, immer weiter nach Osten wird die Küche komplexer. Hier in Bulgarien gibt es für den Kartoffelfan wohlschmeckende Zubereitungen mit sirene, dem Weiskäse. Es gibt viele Pfannengerichte und scharf angebratenes Geschnetzeltes. Bestimmt wird kein Teil eines bulgarischen Huhnes nach Afrika exportiert. Ich habe heute in einer wunderbar würzigen Pfanne diverse innere Organe vom Flugvieh verspachtelt.
Jetzt gegen 11 Uhr abends leiste ich mir aber ein wenig Dekadenz: Ich besuche die Whisky-Library in Plowdiw und gönne mir einen Islay Single Malt 15 YO Bowmore. Morgen wieder!

Kommentare :

Detlef hat gesagt…

Sirene (bulgarischer Salzlakenkäse)
In der DDR (bis 1989) war der bulgarische Salzlakenkäse (bulg. саламурено сирене, Salamureno Sirene) von Urlaubsreisen nach Bulgarien bekannt. Er war als bulgarischer Schafskäse und als Schipkakäse – andere Bezeichnung „Schopska-Käse“, so auch der traditionelle bulgarische Schopska-Salat – bekannt. Schipka (ein Gebirgspass in Bulgarien und ein wichtiger Ort für die bulgarische Geschichte, Ort einer wichtigen Schlacht) war bis 1990 (dem Beginn der Marktwirtschaft in Bulgarien, nach dem Ende der Herrschaft der bulgarischen Kommunisten) der einzige Markenname für den bulgarischen Salzlakenkäse. Der Salzlakenkäse wird in Bulgarien als Sirene (сирене; Aussprache: scharfes „S“ wie in Szeged, Betonung auf dem „i“, kurzes „e“) bezeichnet, während für Schnittkäse ein anderes Wort (Kaschkawal) verwendet wird. Für Schmelzkäse und geräucherten Käse wird jedoch auch das Wort Sirene (in Kombination mit dem Wort Topeno) verwendet. Das russische Wort Syr (сыр), erinnert vom Wortstamm her stark an Sirene. Es bezeichnet jedoch ganz allgemein alle Käsesorten.

Anonym hat gesagt…

Du hast ein wichtiges, hochschöngeistiges Getränk,-das ich von früher her kenne,- vergessen. Mastinka-Anisschnaps. Mich würde mal die herstellung davon intressieren.
Ansonsten haben die Bulgaren von jeher Gewürze, die in unserem Angebot hier weitestgehend unbekannt sind. Und die machen ja manche Delikatesse erst zu dieser.
Flecke habe ich jetzt erst wieder in Rumänien gegessen, wo sie Ciorba de burta genannt werden. Da habe ich nur eine super schmeckende Soße gesehen,leich nach Knoblauch schmeckend. War wohl die Variante mit Smintana. Leider darf ich das wegen Gicht nicht allzu oft essen, aber gerad das verbotene schmeckt am besten.

Alibotusch

Eberhard Elsner hat gesagt…

Erst einmal vielen Dank an Detlef für die wissenschaftliche Assistenz. In Georgien wird die Küche aber wohl noch komplexer.
Mit dem Mastika habe ich so meine Probleme. Ich hatte in meiner Jugend am Schwarzen Meer damit mal einen Totalzusammenbruch. Nach einer Generalinventur meines Magens konnte ich aber unsere Gastgeber verblüffen und weiter kämpfen.