Montag, April 14, 2014

Die ersten Berge

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14. April 2014, Nusfalau
Ich bin gestern noch bis zu dem Erholungsort Padurea Neagra, Schwarzwald gekommen.
Das ist eigentlich ein schönes Stück Natur
Das ist eigentlich ein schönes Stück Natur, aber wohl nur unter Nicolaus. Jetzt hat der Kapitalismus das Fleckchen mit jeder Menge Bungalows und Datschen voll gebaut. Dabei ist zu bedenken, dass der Rumäne an sich (wie eigentlich sonst auch unter den anderen Nationen) immer den Größten haben will. Das hat zur Folge, dass die Datschen praktisch 80% der gekauften Grundstücksfläche ausmachen. Von der Natur ist nichts mehr zu sehen.
Mein Lagerplatz
Ganz hinten geht ein Steig über den Bach zu einem kleinen Lagerplatz, hier fand mein Zelt Platz. Mit meinem Eindruck war ich wohl nicht allein. Ein Schild stand am Lagerplatz: Wohl ein Gebet für den Erhalt der Natur, das was der Schöpfer (creator) uns übergeben hat.
Rumänischer Frühling
Heute stand nun die erste Herausforderung an, hoch auf die nördlichen Berge des Apuseni.
Der erste Abschnitt bis hoch auf die Einbiegung auf die Straße von Oradea nach Zalau (1H) war ordentlich, dann oben auf dem Bergrücken ging es ständig auf&ab. Das Dorf auf dem Bergrücken heißt auf rumänisch Şinteu. Der zweite Name auf dem Ortsschild war Nowa Huta. Es stellte sich heraus, dass hier Slowaken siedeln. Für meine Abfahrt wurde extra der Straße ein neuer Belag verpasst, es war wie Fliegen.
Hier in Nusfalau nun eine Pizza, freies WLAN und bere la halba. Leider auch hier in Rumänien macht sich die Unsitte der 0,4l-Gläser breit. Mit der Straße wurde auch das Wetter schlechter. Nun sitze ich in einer Kneipe in Sig und hoffe auf ein Wunder, es drascht. Die schlechte Straße deutet daraufhin, dass es keine Touristen Gegend hier ist. Unten der Ort Boghis war ein Badeort, tolle Pensionen und das Dorfzentrum eine komplette Free-WiFi-Zone.
Nur ein kleines Wunder, nach zwei Cuic gab es eine Regenpause, um einen geeigneten Platz zum Zelten hinter dem Dorf zu finden. Durch die vielen Pfützen auf der Dorfstraße schob ich bis zum Ortsausgang. Nach wenigen hundert Metern fand ich einem Platz. Es war höchste Zeit, beim Aufbau nieselte es, beim Hineinschlüpfen in den Schlafsack begann der rainstorm. Mein Hubba Hubba hat sich wacker geschlagen.

Sonntag, April 13, 2014

In Marghita

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13. April 2014, Marghita
Die Anreise war strapaziös, aber auch so geplant. Am Freitag haben wir noch bei Gert ein schönes Gackerle gemacht und dazu gegrillt. Außer dass der EC  wegen der diversen Sonderfahrten anlässlich des Jubiläums der ersten deutschen Fernbahn Leipzig-Dresden von einem anderen Bahnsteig abfuhr, lief es bei den beteiligten Bahnen wie am Schnürchen. Nach der Ankunft in Budapest habe ich gleich einen Anschluss nach Szolnok gekriegt. Die Sicherheitsleute der MAV auf dem Bhf Szolnok wiesen mir einen leeren Waggon zum Boofen zu. Und die Kollegen der Frühschicht weckten mich gegen 4.00 Uhr. Das waren gute drei Stunden tiefer Schlaf, super. Kurz vor halb Sieben startete ich meine Tour vor dem Bahnhof von Debrecen ohne Umwege in Richtung Grenze.
Es ist leicht, sich in Rumänien zu orientieren
Jetzt kann ich im Dunst des Horizonts schon das Muntii Apuseni erkennen. Dort wird es morgen die ersten Herausforderungen geben, im Schwarzwald, padurea neagra. Diese erste Etappe war zum Einrollen, noch gibt es nichts weiter zu berichten. Es gibt gerade freies WLAN, ich lade es trotzdem hoch.
Ach So, vielleicht das: Nur drei Bier habe ich heute getrunken, ein Borsod, ein Ciuc und ein Timisoreana.

Sonntag, Oktober 13, 2013

Wo Opa Gustav mit der Radbahr lang ist

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Um den 9. Mai 1945 wollte mein Opa noch ein paar in Habelschwerdt (heute Bystrzyca Kłodzka) eingelagerte Sachen holen. Er lud die Sachen auf eine Radbahr und marschierte in Richtung Breslau. Eine Radbahr ist „ein einrädriger Schiebekarren mit einem kastenartigen Aufsatz“ (Siebenbürgisch-sächsisches Wörterbuch Bd. 9 Q-R). Wir haben uns diese Gegend, das Glatzer Gebiet in den polnischen Sudeten, als Ziel für unsere Herbst-Rad-Tour dieses Jahr vorgenommen.

4.10.2013
Wir sind erst mal nur eine Vorhut: 5 Leute steigen in Wroclaw mit den Rädern aus dem Zug. Aus der Stadt raus geht es ein Bisschen Zick&Zack, aber dann ist es lockeres Pedalieren auf dem EuroVelo #9 nach Süden. Treffpunkt soll ein Zeltplatz bei Kamieniec Ząbkowicki (deutsch Kamenz) sein. Das sind ca. 100 km, wofür wir zwei Etappen planen. Wir wollen auf den Zobten (Ślęża), den „schlesischen Olymp“. Sven wird diesen Ritt morgen in einem Tag pedalieren, die Schwager erreichen Kamenz mit dem Zug.
Der „schlesische Olymp“ wird schon bei Tacitus in seiner Germania als Sitz diverser barbarischer Götter genannt. Für die Breslauer war das der Wetterberg, denn so hieß es: "Denn warsche blau, do kunnt ma Rägen spieren und warsche grau, da gingen ber spazieren." 
Den Zobten erklommen
Wir glauben Sobotka erreicht zu haben und finden in einem Park in der Nähe einer Kneipe eine Stelle zum Biwakieren im Zelt.

05.10.2013
O Zutaberg, du schiener blauer Higel du bist unähr a Wächter uffm Turm Du kinnst uns ewig Gutes, ewig Ibel Du kinnst uns Regen, Sunnenschein un Sturm.“
Leider muss ich mal wieder feststellen: Ich reise gern allein, da kann ich in aller Ruhe Tagebuch schreiben. Ich sitze gerade mit einem Lech-Pilsener (650mL Flasche) unter einem Schirmchen bei einem Laden in Uciechow. Habe meine Mittagsration verputzt und rekapitulieren den Tag. Ich habe meine Freunde verloren. Wir haben in einem Park unter dem Zobten-Berg gezeltet. Es gab eine gute Infrastruktur, eine Kneipe mit einem Holzfeuerofen. Es ist nämlich sehr kalt. Der Wirt hat uns Tee gemacht, den wir mit weißem Rum verstärkten.
Gleich von unserer Boofstelle führt ein blauer Weg zum Gipfel des Zobten. Sicher, der Jens hat recht, es ist ein Wanderweg. Aber wenn man betrachtet, dass wir wohl eh schieben würden, dann kann man auch einen Wanderweg hoch schieben. Jedenfalls fuhren die Freunde wohl auf einer Asphaltstraße an der Abzweigung des blauen Weges vorbei. Es war ein sehr buckliger und steiler Pfad, aber zu schaffen. Ich also immer den Freunden hinterher, ich glaubte ja sie sind vor mir. Dann klingelte das Telefon, wo ich denn wäre. Sie waren noch weit unter mir. Sie wollten den blauen Pfad noch finden und mir auf dem Gipfel folgen.
Ich wartete oben eine reichliche Stunde, es kam keiner. Die Abfahrt war zu Beginn anstrengend und extrem holprig. Dann aber ab einem Parkplatz mit sehr schönen pivnicen (leider, da ohne Freunde, nicht besucht) auf Asphalt hinunter nach Wiery. Ich fand unseren Leitfaden wieder, den Radweg Eurovelo 9. Mit dem letzten Anruf informierte mich Jens, dass sie "hinter Sobotka", östlich des Berges wären. Nun wir verabredeten uns, dass wir uns wohl erst am Ziel der Etappe in Kamenz (Schlesien) treffen. "... oder auch nicht", fügte Jens dann am Ende des Gesprächs hinzu.
Die Truppe ist vollständig angetreten
In Kamenz (Schlesien) haben wir uns doch wirklich alle getroffen. Der Sven kam mir auf dem Weg zum Campingplatz entgegen, geschlossen. Auf der Suche nach einem Restaurant dann wieder ein Anruf von Jens, sie seien mit Zug auf dem Weg nach Kamenz. Ein weiterer Anruf dann mit der Hiobsbotschaft: Helmuts Schaltung ist hin, er muss die Tour abbrechen. Und die beiden Schwager seien auch da, 10 min später eingetroffen. Es wurde noch ein schöner Abend mit Schwof für die Mädels und Pizza und Bier für Alle. Eine Übernachtung in einem Sporthotel wurde noch eingefädelt.

06.10.2013
Ziel der heutigen Etappe ist Złoty Stok (deutsch: Reichenstein in Schlesien). Hier kann man ein altes Goldbergwerk der Fugger besuchen. Gold und Arsen baute man hier bis 1961 ab, bis es die umstrittene und rätselhafte Anweisung von der polnischen Regierung gab, den Abbau einzustellen. Das Bergwerk wurde darauf­hin stillgelegt. Man förderte ca. 20-30 kg Gold jährlich, erst 1961 fiel die Produk­tionsmenge auf einmal auf 7 kg jährlich ab.
Nach dem Besuch des Bergwerks fanden wir eine schöne Boofstelle bei Sronie Sl. im Bielengebirge (polnisch Góry Bialskie).

07.10.2013
Heute eine Königsetappe: Über die Glatzer Schneeberge, über das Habelschwerdter Gebirge zum Eulengebirge. Das kulante Angebot des VITAL & SPA RESORT SZAROTKA in Zieliniec konnten wir dann nicht ablehnen. Es steht wieder unentschieden zwischen Biwak und Hotel.
08.10.2013
Wir erreichen schon zur Mittagszeit die Ortschaft Karłów (deutsch Karlsberg) unterhalb des Großen Heuscheuer, der Ausgangspunkt für den Besuch des Heuscheuergebirges. Die Tafelberge aus Sandstein sind wie aufgeplatzt, wodurch die sehenswerten Labyrinthe entstanden sind. Gezeltet auf dem an sich geschlossenen Campingplatz in Karłów.

09.10.2013
Die heutige Etappe durchs Braunauer Ländchen ins Vorland des Riesengebirges war geprägt durch Raddefekte. Während Evas Schaltung und Kette in einem Lädchen in Broumov (CZ) einigermaßen gerichtet werden konnte, hatte ich mir in Kamienna Góra (deutsch: Landeshut in Schlesien) einen Platten gefahren. Wir wollten den Kompressor einer FIAT-Werkstatt nutzen. Der Monteur hatte aber keine Ahnung, wie viel Druck auf einen Fahrradreifen muss. Als das „elektrische Mädel“ warnte, war der Reifen noch platt. „Geben Sie ruhig 4 bar ein!“ Was der Monteur auch ungläubig tat. Plötzlich gab es einen mörderischen Knall – der Reifen war geplatzt. Der Monteur war verschwunden. Ich hatte den Schlauch nicht richtig montiert, es hatte sich eine Blase gebildet. Der Monteur stellte uns nochmal die 4 bar ein und verschwand wieder. Alles sitzt, wir freuen uns mit...
Die heutige Tour begann mit einer klasse Abfahrt hinunter nach Radków (deutsch Wünschelburg). Wir erhielten ein reichhaltiges und leckeres Frühstück im Hotel am Markt. Das Hotel ist sehr schön restauriert. Der Inhaber hat uns viel von der langen Geschichte des Hauses erzählt. Zu beachten: Der Boden in der Eingangshalle mit der Glatzer Rose.
Ein Teil der Etappe führte durch das Braunauer Ländchen, was zu Tschechien gehört. Der alte Preuße Hindenburg kannte sich mit der Habsburger Geografie nicht so aus. Deshalb war Hitler immer der „böhmische Gefreite“. Für Hindenburg gab es nur das Braunau im Böhmischen.
Wieder in Schlesien fanden wir in Gorzeszów (deutsch Görtelsdorf) diesen kuriosen einzeln stehenden Sandsteinfelsen.
 Diese Sage versucht eine Erklärung:
Der Teufelsstein zu Görtelsdorf (aus der Sagensammlung von Patschovsky). In Görtelsdorf lebten einst einige Männer, welche dem Laster des Trunkes und des Kartenspiels ergeben waren. Bei ihren wüsten Zechgelagen führten sie gottes­lästerliche Reden, und beim Kartenspielen sprachen sie die abscheulichsten Verwünschungen und Flüche aus. Stets entheiligten sie den Sonntag und gaben durch ihr Verhalten den Menschen das größte Ärgernis. Die Männer spielten und zechten sogar an Sonn- und Feiertagen während des Gottesdienstes und auch ununterbrochen an den letzten drei Tagen der Karwoche. Dem Teufel gefiel das Treiben dieser Männer, und damit sie keine Zeit haben sollten, sich zu bekehren, beschloss er, sie in ihren Sünden zu töten, denn dann gehörten sie ihm ganz für immer an. Die Macht, sie zu töten, besaß er aber nur in der Nacht in der Zeit von 12 Uhr ab bis zum ersten Hahnenschrei; denn mit dem letzteren war seine Gewalt gebrochen.Einst spielten diese Männer in der Adventszeit wieder die Nacht hindurch im Görtelsdorfer Kretscham, worüber sich der Teufel gar sehr freute, und er fasste jetzt den Entschluss, die Männer zu töten. Er ging deshalb nach Adersbach, wählte sich aus den Felsen einen passenden Stein, schlang ihn an einer Kette fest und trug ihn auf dem Rücken bis auf einen Berg in der Nähe von Görtelsdorf. Von hier aus wollte er den Stein auf den Kretscham schleudern, diesen zertrümmern und somit die Männer erschlagen. Es war am frühen Morgen, die Nacht breitete noch tiefe Finsternis über die ganze Gegend aus. Die Kirchenglocken waren erst verstummt und die frommen Ortsbewohner eilten zur Kirche, um der Roratemesse beizuwohnen. Plötzlich vernahmen die Spieler im Kretscham ein mächtiges, unheimliches Rauschen und gleich darauf einen gewaltigen Stoß, durch den das alte Wirtschaftsgebäude so erschüttert wurde, dass es in allen seinen Fugen krachte und dass die Fensterscheiben zitterten und klirrten. Zum Tode erschrocken falteten die Männer die Hände zum Gebet, und eine feierliche Stille trat darauf ein. Die Ursache von dem Rauschen und der furchtbaren Erschütterung war folgende: Der Teufel hatte den Stein nach dem Kretscham geworfen, aber während der Stein durch die Luft flog, ertönte zufällig ein Hahnenschrei, durch den die Macht des Teufels gebrochen wurde. Der Stein erreichte nun den Kretscham nicht mehr, sondern fiel schon 300 Schritte von ihm entfernt nieder. Er ist jetzt noch da zu sehen und heißt “der Teufelsstein”. Die Männer, welche nur mit knapper Not dem Tode entgangen waren, nahmen sich diese Warnung zu Herzen, entsagten dem Trunke und führten fortan ein christliches Leben.
10.10.2013
Die Truppe löst sich auf: Eva & Manne springen kurz entschlossen in Kowary (Schmiedeberg) in den Bus nach Hirschberg.
Wir fahren weiter nach Jagniątków (deutsch Agnetendorf) zu unserem guten Freund, dem Herrn Gnyp.
11.10.2013
Goldener Herbst auf der Großen Iserwiese ...
... und am Buchberg 
12.10.2013
Hinab gebraust nach Tanvald. Dort in den direkten Zug nach Dresden – nach Hause.

Sonntag, Mai 26, 2013

Auf Heimreise

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25. Mai 2013, Rakitovica, bei Donji Miholjac
Našice
Gestern konnte ich meine Sorten bereinigen. Ich konnte serbische Dinare in konvertible Mark tauschen und die dann weiter in Kuna, der Währung hier in Kroatien. Damit bin ich gewappnet für die letzten Etappen. Gestern hat mich doch noch ein mächtiger Regen erwischt, praktisch war ich durch. Ich war gerade auf der Abfahrt nach Nasice über die letzten Berge der Tour. Unten in Slav. Brod sprach ich mit zwei Rentnern. Einer kam aus Australien zurück, die fehlende Krankenversicherung ließ ihn heimkehren. Aber die australischen Trinksitten hat er mitgebracht, er bestellte gerade einen Whisky und fragte gleich: "What's your drink, fucking guy?" Ich bekam einen Slivovic. Sein Kumpel übernahm dann das Gespräch, er schaffte ein paar Jahre beim Daimler. Leider gab es Probleme mit seiner Frau, sodass er zu früh für eine ordentliche deutsche Rente heimkehrte. Er fürchtet nun bei einem Beitritt der Kroaten in die EU um den privaten Schnapsbrand und Schweineaufzucht. Da pflichtete ich ihm auf jeden Fall bei. Sie wollten mich noch zu einer Richtungsänderung überreden, in meiner Richtung sei keine Kneipe mehr und einen Platz zum Schlafen würde ich auch nicht finden. Nun so schlimm war es nicht, kurz vor Nasice im strömenden Regen fand ich die Pension ANTISA für eine gute Übernachtung.
Drau-Radweg?
Nun bin in im Land der Kuruzzen und Labanzen. Ich muss mich nun noch um den Bestand an Kunas kümmern, denn nachher geht es über die Drau nach Ungarn zum Kapitän vom Tenkesberg, den Berg kann ich schon sehen.
26. Mai 2013, Pecs
Es hat sich eingeregnet. Der Fahrplan für die Heimfahrt ist ermittelt.
Resume: Es war die richtige Tour gegen den Winterspeck und vielleicht die letzte halbwegs entspannte Tour auf Hauptstraßen in Ex-Jugoslawien. Denn der Verkehr nimmt zu. Künftig muss besser eine Route geplant werden. Aber über die wichtigen Pässe wird es nur per Hauptstraße gehen, die derzeit weiter ausgebaut werden (Straße durch die Sutjeska-Klamm). Mit Gepäck über Forstwege ist mühselig.

Donnerstag, Mai 23, 2013

Regenreport

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23. Mai 2013, Derventa
Früh Regen, Tags über gut, so dass einige Kilometer zusammengekommen sind.
Bosanski Dubočac an der Save - Es waren nach dem Krieg alle Dächer zerstört
Am Nachmittag in Bosanski Dubocac dann ein Landregen, vier Bier lang. Doch ich habe einige Geschichten erfahren und alle haben den Krieg als Hintergrund. Das Dorf wird wohl mal ca. 500 Einwohner im engeren Umkreis gehabt haben. Früher gab es einen Fährmann, der Einen in den kroatischen Teil übersetzte. Das ist heute verboten, es patrouilliert die Grenzpolizei der Kroaten auf der Save. Heute wohnen wohl sicher nicht mehr die Hälfte hier, wenn auch einige wie der Mann aus Salt Lake City zurückkehrten. Er zeigte mir die Ruinen seines einstigen Fischrestaurants: "100% der Häuser des Dorfes waren zerstört, keines hatte mehr ein Dach." Wir haben beide nicht nach den Schuldigen gefragt. Ich habe in den drei Stunden nur mit Leuten gesprochen, die geflüchtet waren. Wo sollten sie auch hin, sie hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Der Cousin des Onkels aus Amerika flüchtete nach Karlsruhe. Dort musste er für eine Arbeitserlaubnis eine Kaution hinterlegen, die er sich wohl mit seinem Arbeitgeber, einer Reinigungsfirma für Bierleitungen, teilte. Ein Sohn wurde in Deutschland geboren und ging dort von Anfang an in die Schule. Er hat nie Stütze gebraucht, doch dann kam ein Brief von der Behörde, in Bosnien sei doch jetzt Frieden und er möge doch heimkehren.
Wer soll hierhin heimkehren
Wohin heimkehren, in Bos. Dubovac hat keiner die Dächer gedeckt. In den letzten Tagen hat er in Sarajevo ein Visum für zwei Jahre nach Deutschland erhalten. Er hofft, er kann für seinen in Deutschland geborenen Sohn eine gute Ausbildung organisieren. Er geht wieder nach Karlsruhe. Im Dorf sind zwei UN-Container als Geschäfte, das sind zwei wirtschaftliche Existenzen für Frauen. Dann hat jemand eine neue Moschee gesponsert, sonst schweift der Blick über neue kleine Häuschen und Ruinen.

Mittwoch, Mai 22, 2013

Die großen Berge liegen hinter mir

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22. Mai 2013, Bocac-Stausee
Schleife des Vrbas
Nun ist die Regenzeit angebrochen, ich habe Zeit und kann mich noch an ein paar Geschichten vom gestrigen Tag erinnern. In Bugojna war ich im Land der Bogumilen. Ihre Hinkelsteine konnte ich nur auf einem Plakat sehen. Trotz ein paar Runden fand ich keine an den ausgewiesenen Stellen. Es sind die sogenannten stecaks, die Grabsteine der Bogumilen. Aber einen Urenkel von Bogumil traf ich an einer Kneipe. Ein mächtiger Hirte, dem sie trotzdem wohl mal die Fresse poliert haben. Die wenigen Zähne hatten aber Ausmaße, für die sie jeder Wildschweinjäger in seine Trophäensammlung aufgenommen hätte. Das habe ich mir natürlich nicht getraut, ihm direkt zu sagen. Eine Hannes-Hegen-Figur in echt. Wenn ich von dem eine gelangt bekommen hätte ... Er konnte deutsch, als Kind und Flüchtling in Deutschland in der Schule gelernt.
Jajce
Später in Jajce traf ich noch einen Polizisten, der von der ersten bis zur sechsten Klasse in Gelsenkirchen normal eingeschult war. Dann musste seine Familie wieder zurück nach Bosnien. Als Polizist wird er es wohl noch einigermaßen getroffen haben. Von den zwei Stahlwerken in Jajce schien mir nur noch eines richtig zuarbeiten.
Es soll auch noch vom Treibstoff für die Tour gesprochen werden. Seit ein paar km bin ich wieder im Gebiet des Jelen Pivo. Da langt nix ran. Es gibt immer mal einige Marken, die die Pepsi-Herausforderung probieren. 2005 war es ein auf deutsch gestyltes Bier namens MB, davon sind nur noch rostige Reklameschilder zu sehen. Sarajevsko pivo sollte man aus dem Weg gehen, sieht aus wie DDR-Bier in grünen Flaschen und schmeckt auch so. Ggf. geht Karlovacko, ist aber nur so eine Art Hasseröder, also Industriebier.
Banja Luka
Rafting-Arena im Vrbas
Das Vrbas-Tal mit seinen Schluchten und Rafting-Arenen ist durchfahren, das Wetter hat sich nachmittags noch erheblich verbessert. Eine der Wildwasser-Zonen war noch vom Weltcup-Finale 2012 ausgebaut, es waren wohl sogar Flutlicht-Rafts möglich. Was aus dem Outdoor-Sport nur geworden ist?

Dienstag, Mai 21, 2013

Wieder zurück über die Wasserscheide

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Gracac
20. Mai 2013, Gracac
Das ist hier ein kleines Dorf nördlich von Jablanica. Man erkennt, die Richtung zeigt nach Hause. Ich bin jetzt am Fuße des Makljen-Passes hinüber in das Vrbas-Tal. Nach schleppendem Beginn in Mostar bin ich das spektakuläre Tal der Neretva aufwärts gefahren. Das ist ein lockeres Pedalieren, da auch der Verkehr in Richtung Sarajevo überaschend moderat ausfiel. Das Gesamtbild dieser Schlucht ist so beeindruckend, weshalb ich wenig Bilder gemacht habe. Denn sonst hätte ich ständig knipsen können.
Motiv ...
Einmal zeigten sich schneebedeckte Spitzen, das musste ich fotografieren. Es war auch gerade kein Verkehr. Als ich noch einmal einen anderen Ausschnitt probierte, hupte es hinter mir mehrfach.
... geklaut
Es hatte sich eine Schlange von Autos gebildet, weil vorne einfach Einer angehalten hat, um mir mit seinem iPhone mein Motiv zu klauen. Dann gingen die Türen auf und weitere Knipser nutzten die Möglichkeit. Der LKW-Fahrer hinter mir schlug verzweifelt die Hände über seinen Kopf zusammen. Nun bin ich von der Hauptstraße nach Sarajevo abgebogen. Es geht zu besagten Pass hinauf. Gerade saß ich in einer netten Runde, zu den zwei Karlovacko-Bier hat die Hausfrau meze gebracht: Selbst gemachten Käse und Wurst, frisches Brot. Sehr lecker.
Ich habe noch einen Platz zum Zelten auf den Resten einer Serpentine der alten Straße gefunden, und das versteckt und trotzdem nur paar Minuten von einer Tankstelle entfernt. So gab es noch ein GuteNacht-Bier.
Am Makljen-Pass
21. Mai 2013, Jajce
Ich habe mich ein Bisschen vor dem Makljen gefürchtet. So bin ich über zwei Stunden in Prozor bei diversen Espressi, Rotwein und Gemist (so heißt hier nun der Gespritzte) rumgebummelt. Doch dann war es doch ein ordentliches Pedalieren und zu Mittag war ich oben. Nach den zwei Halben Bier wünschte mir der Wirt gute Reise und ich möge langsam fahren. Wie soll das gehen, eine schöne Abfahrt hinunter nach Gornji Vakuf.
Gornji Vakuf: Die Flaggen der einflussreichsten Kräfte in Bosnien
Es stellte sich aber niesliges Wetter ein. Zum Gluck geht es weitestgehend bergab, ich konnte die 70 km bis hierher schaffen. Ich habe mir ein "Privatzimmer" im Youth Hostel in Jajce gegönnt.

Sonntag, Mai 19, 2013

Eine Abfahrt, eines Sonntags würdig

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19. Mai 2013, Nevesinje
Bisher ein sehr lockeres Pedalieren, immer bergab, und trotzdem keine Höhe verloren. Paradox? In den Polje geht das. Das Polje von Gacko mündete in einer kleinen Schlucht, in der sich die Straße durch die Berge windet. Das geht dann ca. 40 km so.
Nevesinje Polje
Als ich dann das Nevesinje polje erreichte, blies ein ordentlicher Gegenwind. Das bedeutet, dass die Angebote an der Straße mehr gemustert werden. Endlich eine Kneipe in Kifino selo, alle trinken rakija, ich auch. Dann nur wenige Meter weiter dreht sich endlich mal wieder ein Lamm am Spieß. Aber der Wirt meint, das wird erst in zwei Stunden fertig sein. Das wäre zu viel Zeit zum trinken, da bin ich dann voll. Also noch die 8 km bis Nevesinje in der Hoffnung wieder einen Drehspieß zu finden. Hier wurde ich aber von einer Hochzeitsgesellschaft zum rakija reingeholt. Der Wirt empfahl mir einen Teller vom rostilj, vom Grill. Nun bin ich voll gefressen und habe den Stecker drin. Die besten Vorrausetzungen um den Pass hinüber nach Mostar in Angriff zu nehmen.
Das Gute an der furchtbaren Musik die hier in den Kneipen und in diversen TV-Kanälen ständig gedudelt wird, alle kennen die Texte. Und so wird hier kräftig mitgesungen. Leider kenne ich mich immer noch nicht richtig mit meinem technischen Wunderwerk NEXUS aus. Als die Leute eine Polonaise auf die Straße vollführen, krieg ich kein vernünftiges Video hin.

Es ist heute Sonntag, dazu passt die Routenführung. Nach dem Rakija und dem Fleischberg musste ich mich erstmal bisschen hinlegen. Von meinem Bett im Kiefernwald aus sah ich einige Radler vorbeistampfen. Nachher kurz vor dem Pass sprach mich ein junger Radler an (später stellte sich heraus, dass er auch zu der Gruppe gehörte). "You have the hardest behind you." Ich ließ ihn ziehen und verschnaufte ...und dann folgte eine der besten Abfahrten meines Lebens hinunter nach Mostar, 36 km.
Ein Balkan-Herren-Gedeck
Diese Fahrt feierte ich unterwegs mit einem weiteren Rakija und ein paar Fotohalten, und habe die Burschen und ein Madlotschka trotzdem wieder eingeholt. Sie verholfen mir jetzt zu einer Fewo, mit einer Ausstattung, wie ich sie mir in meinem Leben nicht leisten werde. Ganz herzlichen Dank, liebe Freunde.
Mostar - Eine weltberühmte Ansicht

Samstag, Mai 18, 2013

Sutjeska-Schlucht

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17. Mai 2013, Brod na Drini, immer noch bei Foca
Bosnische Kraftstoffpreise in DM (2013)
Eine regnerische Nacht kündigte den vorhergesagten Regentag an. Als eine Pension & Restoran "Bavaria" angekündigt wurde, bin ich eingekehrt. Nach einiger Zeit kam der Wirt und sagte: "Nu, wir haben Zimmer und wir können uns ein wenig unterhalten." Er hat lange Zeit in Kassel gelebt. Nachdem wir uns über die aktuell schwierigen Zeiten und den Plänen der Amerikanzy auf dem Balkan unterhalten haben, beschloss ich den Tag hier einzurasten. Jetzt komme ich gerade von einer kleinen Tour in die Umgebung der Stadt Foca zurück. Ich habe ein wichtiges Foto für die Freunde der DM gemacht: Die Preise an einer hiesigen Tankstelle in KM. Hier in Bosnien heisst die Währung "Konvertible Mark" und entspricht 1zu1 der DM. Also, früher hieß es, geht in den Osten, heute schicke ich die DM-Nostalgiker nach Bosnien.
Popov Most
18. Mai 2013, Gacko
Heute habe ich nun das Dinarische Gebirge, nein nicht überwunden, erklommen. Denn es sind immer noch knapp 1000 m über Meereshöhe hier in Gacko. Nur die Landschaft hat sich gewandelt, ich bin im Bereich der polje. Das sind Senken, flach wie ein Tisch, zwischen Bergketten. Dort liegen auf denen noch Schneereste. Ich kann aber ob der aufgeladenen Haut noch kurzärmelig draußen sitzen.
Čemerno - kurz vor dem Pass
Es war wieder eine große Bergetappe. Leider habe ich nicht gleich richtig die Aufzeichnung gestartet, so dass mir ein knapper Tausender fehlt. Es ist eigentlich eine Hauptstraße, aber ganz wenig Verkehr. Es ging durch die Sutjeska-Schlucht. Höggscht beeindruckend. Konservativ geschätzt, 800m tief. Die Überraschung jedoch später, ich konnte wieder auf die Ränder der Schlucht drauf spucken. Man schaut am Pass in einen cirque mit runterrum 2000ern, mit dem höchsten Berg Bosniens dem Maglic, knapp 2400 m hoch. Die beiden NP Durmitor in Montenegro und Sutjeska in Bosnien kooperieren hier einigermaßen vernünftig miteinander, so gibt es oben am Maglic, der auf der Grenze steht, keine Grenzkontrollen. Nur die Logistik des Touristen sollte sich auf Bosnien beziehen. Die Preise sind nominell gleich, aber in MN in €, in Bosnien in Mark. Noch ein Vergleich fällt mir zu der Gegend hier ein: Der Durmitor als Dhaulagiri, der Maglic als Annapurna, dazwischen die Drina (bzw. Tara und Piva) als Gali Ghandaki. Nur eben ein Viertel der Größenordnung des Himalaja.
Gatacko ezero
 Jetzt bin ich über die Wasserscheide - in der Herzegowina.

Donnerstag, Mai 16, 2013

Wieder an der Drina

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16. Mai 2013, Autokemp Drina bei Foca
Višegrad - Die Brücke über die Drina
Gestern habe ich mein vorgegebenes Ziel, die Brücke über die Drina erreicht. An der im Buch beschriebenen Stelle direkt neben der Brücke gibt es heute wieder ein Hotel, das sich drei Sterne gibt, aber wohl deren Verteidigung aufgegeben hat. In der Mitte des Badezimmers gab es einen unabgedeckten Abfluss. Ich habe die ganze Nacht von den Ungetümen geträumt, die dort hervor kriechen. Der Weg von Mokra Gora führte durch eine beeindruckende Schlucht ... und nur bergab. In Visegrad war ich dann wieder auf knapp über 300 m,
Auch der weitere Weg, nun wieder Drina aufwärts war großartig. Es waren unzählige Tunnel, die Hälfte davon unbeleuchtet, zu durchqueren. Der Rekord Tunnel ca. 800 m unbeleuchtet und kurvig. Manchmal konnte ich nicht recht einschätzen, auf welcher Straßenseite ich mich befand. Zum Gluck wenig Verkehr. Im Tunnel war es aber ein ganz schöner Krach bei nur einem Fahrzeug.
Minenfelder bei Gorazde
Durch Übersichtstafeln zu Minengebieten kündigte sich der damals hart umkämpfte Kanton Gorazde an.
Den habe ich nun durchquert und bin auf einem Autokemp bei Foca gelandet. Er liegt direkt an der grünen Drina. Ein junger Kerl verkaufte mir zwei Bier und verriet das WLAN-Password. Es ist zwar noch früh, aber so kann das Zelt ein Bissel austrocknen.

Mittwoch, Mai 15, 2013

Gestern ein Wandertag

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15. Mai 2013, Kremna
Gestern war ein ganz besonderer Wandertag. Hier mal die technischen Daten: Gesamtzeit 11h 10 m, Fahrtzeit 3h 8m für 55 km. Der Fahrradcomputer bestimmt die Fahrtzeit aus einer Strecke, die mit mehr als 4km/h zurückgelegt wird. Ich bin in die Drina-Schlucht soweit wie möglich rein gefahren. Dann wendet sich der immer noch asphaltierte Weg hinauf in das Tara-Gebirge. Ich konnte mir zum Glück nicht vorstellen, was nun auf mich zukommen wird. Im Magen hatte ich das Frühstück des Hotels in Bajna Basta.
Derventa klisura - Die Schlucht Derventa
Es ging bestückt mit mehreren Tunnel durch eine Klamm (Derventa klisura - Die Schlucht Derventa). Ich landete in einem kleinem Almdorf, umringt von Bergen, auf die ich später noch draufspucken werde können.

Predov Krst
Der asphaltierte Weg endete am Prevosd krsd. Eine Belohnung für die ersten tausend Höhenmeter blieb aus, die Berghütte war noch nicht bewirtschaftet. Nun fand ich zwei Freunde, zwei Hundi. Es war wenig motivierend, wie sie immer zurück kamen, um nach mir zu schauen, wenn ich mal wieder verschnaufte. Mittlerweile ist der Weg nur noch ein Makadam-Weg durch den Wald. Einige der Abzweigungen waren markiert, bei einigen war ich froh, die elektronische Karte bei mir zu haben. Ich hätte mich unzweifelhaft verfahren. Der Nachteil der elektronischen Karte ist, dass keine Höhenlinien einge- tragen sind. Ich hatte nie eine Ahnung, wie weit es noch hoch gehen wird.
Normalerweise ist das hier schon eine Touristengegend, aber die Saison hat noch nicht begonnen. Ich fand für den Rest des Tages keine Verpflegung oder sonstige Belohnung mehr. Jetzt kommt's: Ich habe mich den ganzen Tag mit Wasser ernährt! Als es mal wieder ohne Hoffnung bergauf ging, war am Wegesrand (nun wieder auf einer Straße) eine kleine Zeitweise zum Bofen.

Universal-Schlepptenderlok 83-173 von Đuro Đaković (1949)
Jetzt bin ich am oberen Bahnhof des Scharganer Achter. Eine kurze Zusammenfassung meiner Reanimation nach mehr als 24h ohne Essen: Eine Cola, ein Kaffee, Plätzchen, ein Kaffee, einen Rakija, ein Hühnerfilet vom Rost, ein Jelen Bier. Der Zug ist gegen elf ein- und wieder ausgefahren. Jetzt verkasematuckele ich ein zweites Jelen pivo. Gerade haben ich einen aufgeregten Satz eines neuen Gastes gehört, in dem ich zwei Wörter verstanden habe: Bär und Haus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er erzählt hat, dass heute morgen bei einem Haus am Wald der Bär los war.
Ich habe den Zugfahrplan nicht mit meinem Durst & meiner Fresslust zusammenbringen können. Ich bin die spektakuläre Abfahrt hinunter nach Mokra Gora gefahren. Dafür bracht der Zug reichlich zwei Stunden, ich wohl keine 1/2. Weil es wohl bis Visegrad weiter so laessig geht, lasse ich mich verleiten, und bleibe faul.

Montag, Mai 13, 2013

Wunderbare Drina

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13. Mai 2013, Banja Basta
Das Haus in der Drina: 1968 als Partylocation gebaut.
Kein Witz.
Kurze Zusammenfassung: Es regnet immer noch leicht. Trotzdem aufgebrochen. Nun hoffe ich das Tara-Gebirge morgen bei einigermaßen Fotolicht erklimmen zu können. Als Optimist habe ich mir gerade Sonnencreme gekauft, weil meine Unterarme doch ein Bisschen brennen. Es sind hier 11°C. Die Wetterglaskugel im Internet verspricht für Morgen und den Mittwoch Sonnenschein :-)
Kanjon Tresnjice
Als kleine Einlage auf dieser Halbetappe habe ich einen Abstecher zu dem Kanjon Trešnjica gemacht. Beeindruckend, aber ein sehr matschiger Weg, so dass ich, als es steil wurde, mit dem Rad selbst schiebend nicht weiter kam. Dann kam mir eine Kneipe mit Kamin zum Aufwärmen gerade recht. Dort konnte ich (als Bild oder ausgestopft) einige Exemplare der Drina-Fische bewundern. Einer der Angler (der Wirt?) zeigte mir stolz seine Beute in der Bildersammlung. Die Drina ist gerade ein beeindruckender reißender Fluss. Da das Wasser sehr klar ist, hat der Fluss eine grüne Farbe.

Sonntag, Mai 12, 2013

Verregneter Ruhetag

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2005 fotografiert
11. Mai 2013, Maly Zvornik

Neulich las ich das erste Mal das Wort "Paternalismus". Ich musste nachschlagen, es bedeutet im weitesten Sinn, dass sich ein "Papa" um Alles kümmern will, im Sinne des Wohlergehens seiner "Familie". Wir kennen das alle von unserer "Mutti", der Merkelin. Auch in dem recht freien Land Serbien macht sich ein gewisses Mass an Paternalismus breit. In 2005 konnte ich noch die alte Tradition von Reklame für den Drehspiess kennenlernen: Wer die meisten Bälger der Lämmer draußen hat zu hängen, war ein guter Grill. Heute ist das verboten. Irgendein Hygienetheoretiker fand das nicht mehr zeitgemäß.
Hier wo ich jetzt gegen 11:30 Uhr sitze, warten zwei Lämmer auf die Kundschaft heute abend, ohne gescheite Reklame. Ich habe auch schon viele für immer geschlossene Restaurants gesehen. Ich muss für heute abend viel Appetit aufheben, denn es steht eine Portion Lammfleisch auf meinem Speiseplan.
Ich habe heute klein bei gegeben und bin aus dem bäuerlichen Kernland Serbiens bei Losnica ins Tal der Drina gerollt. In Zavlako beschrieben die Leute teilweise widersprüchlich meinen Weg, alle aber einhellig als steil. Schöner Zeltplatz auf dem Berg an der Schule von Mojkovic, mit Wasseranschluss auf der Wiese.
12. Mai 2013, Ljubovija
Es lief nicht so wie geplant, Regen fällt unaufhörlich seit gestern Nachmittag. Zur Zeit Ruhetag in der Pension "Panorama" in Ljubuvija. Praktisch ließ der Regen heute den ganzen Tag nicht nach. Nur über Mittag bin ich zu einer kleinen Runde hoch in die Berge aufgebrochen. Der Wetterdienst im Internet behauptet für Morgen Besserung, jetzt gerade drascht es aber wieder. Im serbischen Fernsehen sind die ersten Überschwemmungsberichte zu bestaunen.

Freitag, Mai 10, 2013

Serbian Countryside

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10. Mai 2013, Zavlako
Es ist sehr schwüles Wetter, gestern schon. Im Überschwemmungsgebiet der Save blühen die Mücken auf. In einer deftigen Fleischerei gab es die erste Portion vom gegrilltem Lamm. Heute Morgen konnte ich bestaunen wie schnell das nächste Vieh aufgespießt wurde.
Syrmien (serbisch Срем/Srem), die Toskana von Serbien
Bei dem heutigen doch recht sommerlichen Wetter und nun auch die ersten Berge habe ich es sehr ruhig angegangen. In Schabac musste ich meine Stromversorgung updaten. Ich habe mir auch mittlerweile eine richtige Straßenkarte gekauft. Das Management zum Aufladen des NEXUS ist aufwendig. Bisher war der Straßenverkehr ein Desaster, die LKW haben meine Toleranzgrenze ausgereizt. Jetzt bin ich aber auf wirklichen Nebenstraßen, Gott sei's getrommelt und gepfiffen. Noch ist die Tour immer noch auf der Hinfahrt, spektakulär noch lange nicht.
"Eure Taten sind unsterblich"
Ich bin an einem großen Kriegerdenkmal vorbeigekommen. Die Geschichte dazu habe ich erst nach der Fahrt zu Hause herausbekommen. Es geht um die Schlacht von Cer, einem Gebirgszug bei Losniza - eben mein erster Pass. Das war die erste Schlacht des Ersten Weltkriegs, nur wenige Tage nach dem Attentat in Sarajevo.