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Montag, Juli 27, 2026

Znojmo Znaim

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Znaim an der Thaya
Zugegeben: Dieses Bloggeschreibe ist Kompensation für fehlende Kommunikation bei diesen einsamen Touren. Die Beobachtungen führen oft zu einer Reihe von Gedanken über das Dasein des EbsEls. Ich bin immer noch in Czechland, in Südmähren auf einem großen Naherholungszentrum (Rekreacni areal) Vyr in der Nähe von Znojmo. Die haben hier ein schönes obcerstviny, am Samstag sogar mit Lifemusik. Man kriegt Bier für knapp 2€ die Halbe, bramboracky sowie weitere Snacks. Vor mir am Tisch saß ein Päärchen in der Vorrentenphase, der Kerl mit Oberkörper frei. Ich knipste ein Bild von meinem Bier und dem mächtigen Rücken des Kerls. Das war am Freitag. Ich war kurz davor es auf meinem WA-Status mit diesem Text zu posten: "Sie lieben die Dicken. Vielleicht wäre es doch was geworden mit Eva Cecilova." Eva lernte ich auf einem für die Gruppe Knobelsdorf in Hojsova Straz in den Neunzigern veranstalteten Heiratsmarkt kennen. Gestern saß ich plötzlich am Tisch von echten Recken, denen bin ich am Vortag bereits aufgefallen - als Strong Man. Michael, ein mächtiger Hirte, stellte mich seiner Familie vor, Tochter und Sohn und eine schöne Frau im hautschmeichelnden Schwarzen. Zwischen Haut und Schwarzem war kein Raum für zusätzliche Wäsche. Eva streichelte damals meinen Bauch und meinte, die Frauen in Czechland lieben die starken Typen, die fördern Vertrauen. Was wäre das für ein Dasein geworden?
Keller in Želetice
Die Tour am Sonnabend führte mich bis nach Niederösterreich auf der Suche nach offenen Weinkellern. In Unterretzbach war ich in einer Heurigenkneipe zum Schnitzel und Grünem Veltliner. 
Der Heilige Stein 
Unmittelbar neben der Grenze auf Ösi-Seite befindet sich ein Jahrtausende alter Wallfahrtsort. Ein Stein mit elf schalenförmigen kreisrunden Vertiefungen. Handteller groß. Es konnten rituelle Handlungen bis vor 50000 Jahren nachgewiesen werden. Es ist der Heilige Stein von Retzbach. Zur Christenzeit ist er dann Unserer Lieben Frau geweiht worden. Eine Schautafel gibt Anleitung zum Wünschelruten gehen. Meine Rute ist zu unsensibel. Erst spät am Nachmittag fand ich dann eine Kellerzeile in Mähren, in Chvalovice. Bei einem 80jährigen Op kaufte ich eine Flasche Veltliner. Die Heimfahrt brachte mich auf 2% Akkustand und 88 km. Heute eine kleine Runde nochmal nach Znojmo. Znojmo ist geprägt durch zwei Schluchten, die Thaya und dem ziemlich ausgetrockeneten Granit-Bach. Es ist eine spektakuläre Landschaft. Was noch fehlt? Den Znaimer Gulasch habe ich hier noch in keiner Karte gefunden.

Donnerstag, Juli 23, 2026

Im Schönhengstgau

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Burgenland
Am Dienstag umgesetzt auf einen Zeltplatz in der Nähe von Svitavy (Zwittau). Ein Paradies an einem Teich mit Sandstrand und Sandburgen. Platz ist auf der großen Wiese genug. Einzigstes Manko: Bei den Männern fließt kein Wasser an den elektrisch gesteuerten Waschbecken auf dem Lokus. Man erhält aber einen Schlüssel zu einem großen Bad mit Duschen.
Die erste Runde gestern führte über Koppen und Kulme nach Usti nad Orlici. In Böhm. Trübau rettete ich mich vor einem Schauer in eine Kellerkneipe mit einer schönen Wirtin. Und in der Küche gab es weitere großartige Kompetenz: Die haben kleine Schweinemedallions so zubereitet, dass innen noch das Fleisch ein wenig rosig war, außen mit Bacon umwickelt. Dazu eine Pfeffersoße. Ein Gedicht!
Heute bin ich nach Mähren rüber. Und wenn wir gerade beim Essen sind, einige Worte zur Cesnakova, der Knoblauchsuppe. Mittlerweile habe ich schon vier Suppen verkasematuckelt. Die werden aus einer Brühe zubereitet, ordentlich Knoblauch rein geraspelt, dazu Kochschinkenwürfel und Käse, ggf. Kartoffeln. Immer mit frisch gerösteten Brotwürfel, oft aus Schwarzbrot. Einmal wurden die Krutons extra gereicht, so gehört es sich eigentlich. Das war im Schwejk-Lokal im Walzel-Zentrum. Aber nun der wichtigste Punkt: Wie schon früher im Altvatergebirge (Manne weiß schon) wird der Knobi immer schärfer mit der Reise in den Osten. Heute in Mährisch Trübau war das mährische Niveau erreicht. Es hat sicher auch mit der Jahreszeit zu tun, die haben frischen Knoblauch genutzt.
Mein Weg auf die Kozlovsky Kopec
Die Bahn für den Tontransport an die Öfen
Im Museum: Steuererklärung 1928 
Die Gleise zum Tonbergwerk
Die Grenze zwischen Böhmen und Mähren (und auch die Wasserscheide Elbe-Donau) ist hier eine interessante Hügelkette der Schönhengster Rücken, auf der Ostseite gehts steiler runter. An dieser Kante traten wohl höffige Kohleschichten zu Tage. Die Qualität war aber nicht so wie die Steinkohle aus Ostrava und der Bergbau stellte auf Ton für Schamotte um. Es waren bis zu 104 Öfen im Betrieb, verbunden durch eine 60cm-Schmalspurbahn. In Mladejov nad Morave gibt es dazu ein Museum. Leider haben sie die Dampfloks versteckt. Denn es wird eine Museumsbahn bis Hrebec (Schönhengst) betrieben. Der Radweg von Moravske Trebov hoch nach Hrebec ist leider diesen Monat gesperrt (steht so in mapy). Möglicherweise stehen die Loks im Bahnhof Hrebec-doly direkt im Tonbergwerk. Ich habe deshalb dort nicht den Rücken des Schönhengst überquert.

Samstag, Juli 18, 2026

Borderstories in den Sudeten

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Endlich habe ich mich aufgerafft und bin mit meinen Single-Caravan losgefahren. Die totale Autarkie ist noch nicht gegeben. Die Lokusprozedur ist nur für eine planmäßige Nutzung definiert. Wenn's wirklich pressiert, habe ich den Lokus bestimmt nicht rechtzeitig betriebsbereit. Die mit Sonne betriebene Batterie ist mit 75 Ah zu schmalbrüstig für einen 2000 W Wechselrichter. Mein jetziger Wechselrichter hat 300 W und geht beim Anschluss des eBike-Ladegeräts in die Knie. Für Smartphone&Co. reicht es.
18.7.2026
Ich starte meine Tour in den Sudeten bei den Felsenstädten Adrspach und Weckelsdorf. Bei der Anfahrt gestern gab es paar Schikane: Der Pass bei der Burg Tolstejn war gesperrt, ich musste den Jedlova westlich umfahren. Hinter Trutnov (Trautenau) habe ich mich verfahren und stand plötzlich am Grenzübergang Lubawka-Kralovec. Die schlesisch-polnische Karte hatte ich nicht offline in mapy.com. Aber die EU und die Telekom lässt mich ja mit Flatrate ins Internet und ich habe eine super Route über Chelmko Sl. (Schömberg) und Mieroszow (Friedland) zu meinem Ziel, dem Zeltplatz Autokemp Lodenice direkt auf der Grenze in Zdonow (Merkelsdorf) gefunden. Hier gab es die letzte Schikane, eine Fahrbahnverengung auf 2,2 m. Mein Auto hatte mehr Angst als ich und piepste wie verückt. Ein reicher Pole hat mit seinem fetten Daimler-SUV einen Einweiser gebraucht.
Grenzübergangsschikane
Wie im gesamten Czechischen Grenzgebiet gibt es auch hier "verschwundene Dörfer". Hier ist es Libna (Liebnau). Es gibt noch den Dorfteich mit Nepomuk und ein Kriegerdenkmal. Da sind aber die Menschen ausgelöscht.
Kriegerdenkmal: Die Menschen sind ausgelöscht

Keine Finanzwache da 


Es gab einen Grenzweg nach Schömberg im Schlesischen. Ich bin bis zur Grenze gefahren. Die Grenze zum deutschen Schlesien wurde früher von der tschechischen Finanzwache bewacht, trotzdem fanden die Liebnauer Wege zum Paschen von Waren. Das konnte ich an diversen Erklärtafeln lernen, die tatsächlich in Tschechisch und Deutsch verfasst waren
 
19.7.2026
Es ist Sonntag, es gilt den polnischen Ausflugsautos aus dem Weg zu gehen. Die kommen schon gegen Sieben über diesen klitze kleinen Grenzübergang rüber. Also bin ich dem Radweg #4036 in den Wald gefolgt links weg von der Straße hinunter nach Adrspach. Am Buchberg (Bukova hora) war ein Hinweis zum Kreuz der Versöhnung. 
Kreuz der Versöhnung
9Hier hatten die Tschechen 22 Frauen, Kinder und Männer aus Weckelsdorf (Teplice nad Metuje) als Faschisten indentifiziert und erschossen. Es war schon immer ein spannendes Grenzgebiet zwischen Protestanten und Katholiken, zwischen Polen, Deutschen und Tschechen im Dreieck Schlesien, Glatz und Böhmen.
Das gibt's in echt in der Adrspacher Felsenstadtt
Weiter nach Police nad Metuje, dort hatte mir mapy.com schon bei der Vorbereitung das restaurace Ostaš empfohlen. Ich hatte eine Knoblauchsuppe (cesnacka) und einen großartigen Gulasch mit Knödeln. Klassische böhmische Küche auf höchstem Niveau vom Geschmack, vom Service und Alles ruckzuck.
Walzel Centrum
Überall, in Czechland und in Polen hängt hier Reklame für ein Schwejk-Restaurant. Ich fand es. Eine alte Fabrik hat ein Investor umgebaut zum Eventzentrum (www.walzel.cz) mit Kletterhalle, Schießstand (auch ohne Waffenschein), Restaurant und weitere Touristenfallen. Ich wollte dort nur ein Bier. Der Kellner war aber schwer auf Draht und ein Menschenkenner. Er empfahl mir eine "starke Knoblauchsuppe" und den Schnaps, wo der brave Soldat in Purim von besoffen war - Kontuschowka. Kontuschowka ist lindgrün und schmeckt wie ein Becherovka hoch 10, spektakulär. Über das polnische Friedland bin ich wieder zurück auf meinen Platz auf der Grenze.

20.7.2026
Police nad Metuje 
Heute eine Runde um Police n. M. mit Besuch des Hausbergs Ostaš. Es sind 75 km zusammen gekommen. 

Donnerstag, August 08, 2024

Prag ist ...

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... Scheiße für Radler. Für Durchreisende auf dem Moldauradweg mag es noch gehen. Es gibt den Weg A2 (rechts der Moldau) und A1 (links der Moldau). Der Weg A1 ist aber an der Kleinseite voller Schikanen durch Baustellen und Touristen, die wie ein Wasserfall von der Karlsbrücke runter strömen.

Praha, von der Kleinseite die Karlsbrücke
Mein Ruhetag in Prag führte mich die Moldau aufwärts bis über die Mündung der Berounka hinaus. Das ist fast die südliche Stadtgrenze Prags. Könnt Ihr Euch noch an den Quetschkommodenspieler in dem Bus, wo wir aus der Niederen Tatra rausgefahren sind, erinnern? Der sollte doch unbedingt "Rosamunde" spielen. Ich war in Zbraslav in der Stammkneipe des Komponisten von "Škoda lásky" Jaromír Vejvoda, im deutschen Volxmusikraum als "Rosamunde" bekannt. Es ist eine Hymne der Beehmischen Blasmusik.
Jaromír Vejvoda komponierte 1927 die Modřanská Polka („Polka von Modrany") als reines Instrumentalstück. Václav Zeman schrieb dazu 1932 einen Text mit dem Titel Škoda lásky (dt. Schade um die Liebe) (Wikipedia).
Es ist heute ein Restaurant mit mir wohl schmeckender Böhmischen Küche. An der Berounka traf ich dann auf den Radweg A1, der mit vielen Schikanen in Form von unglücklicher Wegführung und Baustellen bis auf die Kleinseite unter dem Hradschin führt.
Schwarzbier mit Sprühnebel in der Kleinseitner Pivnice
EbsEls zum letzten Mal in seinem Leben im Fleku
Dann zum Vorabend ins "u Fleku". Gegen halb 7 Uhr abends an einem Mittwoch ist das Fleku ein Rentnertreff, dazu gehen einige Touristen in  die Falle. Wie die beiden digitalen Nomaden, die mit einem Campertruck auf dem Weg über Ungarn, Rumänien und Bulgarien zum Überwintern nach Nordgriechenland wollen. Sie sind wohnungslos und arbeiten von unterwegs. Dazu dürfen sie aber aus Datenschutzgründen nicht die EU verlassen! Nach den guten 5 Schwarzbieren und den Topinky mit Bierkäse (eine Art böhmischer Obazda) galt es die Vinohrady durch die Straßenschluchten über Hulpergassen und durch ein verrücktes Labyrinth von Einbahnstraßen zu erklimmen. Oben hatte ich wieder Durst und bin noch auf einen Absacker in eine Eckkneipe.
Zwei letzte Absacker
In meinem Hotel, das von der Diakonie betriebene "Marianeum", bin ich zum guten Frühstück der einzigste Josef unter den vielen Marien. Nun gilt es nachher das Fahrrad und die -taschen zu zwei Gepäckstücken für die Busfahrt ab Praha Florenc nach Sofia zu präperieren.

Dienstag, August 06, 2024

Die Anreise

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1. August 2024
Ich bin ja ein großer Freund vom Eisenbahnfahren. Aber "Die Bahn" vermiest es mir nun auch. Gegen halb 10 Uhr guckte ich mal ins Internet ... und in der Tat, plötzlich fällt mein IC 2063 Abfahrt Saalfeld 12:25 Uhr aus. Also mit der Erfurter Bimmelbahn über Gera nach Leipzig, im Internet verspricht die Bahn, dass mein SuperSparpreis-Ticket gelten wird. Der Sachsenexpress bummelt hinter Riesa eine halbe Stunde Verspätung bis Dresden raus. Dann zu Gert hoch.

2. August 2024
Lamsfeld-Ersatz-Treffen (Foto von A2)
Zum Lamsfeld-Ersatz-Treffen bin ich ab Krippen geradelt. Unter Berücksichtigung meines Gepäcks brauchte ich ziemlich wenig mein Fahrrad schieben. Bis 10% schaffe ich wohl noch. Es mussten einige Regenschauer gemanagt werden. Im Restaurace 21, Růžová kamen plötzlich die Cottbusser zum Abwettern rein. Die reisten mit e-Bikes zum Treffen an. Gert, Manne und ich kriegten für die erste Nacht auf dem Autokemp Česká brána in Stará Oleška eine schöne Hütte, die zweite Nacht haben wir dann gezeltet.

3. August 2024
Besuch der Rabštejn Underground Factory in Janská. Das ist ein innerhalb von 8 Monaten von KZ-Häftlingen als Nebenlager des KZ Flossenbürg ausgehobenes unterirdisches Flugzeugwerk der Nazis. Es wurden Flugzeugteile für die damals modernsten Maschinen der Nazis hergestellt, einschließlich für einen Hubschrauber "FA xxx". Eine 10 Meter hohe Presse für Rotoren von Fritz Millner Esslingen war in Betrieb. Diese Presse arbeitete später in einem tschechischen Flugzeugwerk bis 1985. Abends der Stuhlkreis rund ums Feuer war großartig und ohne Regen, jedoch früh ab 5 Uhr begann es zu draschen. A2 waren direkt von ihrer 10000 km langen Reise mit der Buchanka durch Georgien und die Türkei zum Treffen gekommen und hatten viel zu berichten.

4. August 2024
Der Regen endete gegen 7:30 Uhr. Ich begann sofort zu packen und konnte so bald meine dreitägige Tour nach Prag starten. Meine Strecke stellte sich als sehr herausfordernd an. Ich bin einigermaßen gut bis Benešov nad Ploučnicí gekommen, dann der Aufstieg nach Verneřice via Heřmanov und Blankartice habe ich abgebrochen. Bin zurück nach Decin und pedaliere nun den Elbradweg naufwärts.



Der Radweg ist gut gesichert durch diverse Bunker.
  
Auch die Lieblingsbrauerei von Postmeister Ziebich die Pivovar Velké Březno ist gesichert mit Stacheldraht und Video wie Fort Knox.




 

 
5. August 2024
Lockeres Pedalieren auf dem Elbradweg. Es war nicht einfach mein Rad zurück zu bekommen. Punkt 8 habe ich mir dann getraut anzurufen und ziemlich schnell hat eine scharfe Elli mein Fahrrad aus der Squash-Halle befreit. Ein Frühstück stellte ich mir in einem der kleinen Dorfläden zusammen, die in der Regel von Vietnamesen geführt werden. Für das Verkasematuckeln des Bier, etlichen Scheiben Kochschinken und zwei Hörnchen standen draußen ordentliche Bänke und Tische. Am böhmischen Elberadweg gibt es sehr viele Kioseks und Obcerstveny, da muss ich mich schon zusammenreißen. Bei Leitmeritz hatte ich dann eine pikante Kolbasa mit Brot, Senf und Kren (den habe ich aber ausgelassen). Ab Roudnice nad Labem gibt es eine Variante des Radwegs #2 für Mountainbikes - #2A, ist drei Kilometer kürzer und ohne Kioseks. Der Weg ist aber so rau, dass es zeitlich aufs Selbe rausläuft. Jetzt bin ich auf dem RaftCamp Veltrusy.
Melnik: Nur noch wenige Meter hat die Moldau
6. August 2024
Über die Moldau bei Kralupy
Zeitig gegen 7 Uhr gestartet und in Kralupy nad Vltavou ein böhmisches Frühstück genommen. Sehr leckere Brötchen haben die bei Penny. Neulich in dem Bummelzug nach Dresden traf ich in Nünchritz den Radkumpel von Sven Vetters, ein großer Reiseradler. Der erzählte mir von einer ordentlichen Schikane auf dem Moldauradweg #7. Ich habe den Fußweg nicht benutzt und bin hoch nach Drasty gestrampelt. Dann wieder unten an der Moldau war ich praktisch schon in Prag.
Schloss Troja


High Noon auf dem Altstädter Markt
Um 12 Uhr erreichte ich den Altstädter Markt, leider scheint es das "u Radnice" nicht mehr zu geben. Ich hatte einen Rindergulasch in der Pivnice "u Kata" gleich daneben. Jetzt sitze ich bei Bier & Chips im Stadtteil Vinohrady. Die Anreise ist abgeschlossen.

Donnerstag, Juli 11, 2024

Durch viele böhmische Dörfer

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5.7.2024
Das City-Hotel in Pisek überzeugte durch ein üppiges Frühstück. 
Besuch der ältesten Steinbrücke in Böhmen, älter als die Karlsbrücke in Prag. Weiter rollerten wir das Tal der Otava hinab zum Stausee Orlik mit der Burg Zvikov. Hier war ich schon einmal im Jahr 2001 zu einem Pfingstausflug. Wie die meisten böhmischen Städte liegt Tabor auf einem Bergsporn, gebildet durch vulkanische Aktivitäten. Dadurch sind in dem Gestein Granate eingesprengselt. Ein einer Stelle hat das örtliche Fremdenverkehrsamt den bloßen Fels angeschliffen. Die meisten der Senfkorn großen Granate haben die Touristen aber schon rausgepiepelt. Die Preise der Übernachtungen in Tabor vertrieben uns in das 25 km entfernte Dorf Choustnik. Die letzten Kräfte mussten mobilisiert werden, damit wir pünktlich wie versprochen das Domizil erreichten. Der freundliche Wirt kredenzte uns noch einige Biere zum Versagen der Deutschen bei der EM.
6.7.2024
Der Weg führt uns in das Teichgebiet von Trebon und dann weiter nach Cesky Kanada. Das ist die böhmische Fortsetzung des österreichischen Waldviertels. 
Stráž nad Nežárkou
Am Weg lag die Brauerei Pivovar Stráž in Stráž nad Nežárkou, wir kosteten das würzige Schwarze. Wir sind auf den kommunalen Autokemp Světlíková Staňkov ( https://mapy.cz?q=48.984948679011524%2C14.961544275107713 ), endlich mal Zelten mit meinem neuen Zelt. Es war eine gute Probe, es regnete über Nacht.
7.7.2024
Auf dem Iron Curtain Trail
Der Weg führte uns auf dem Eurovelo 13, das ist der Iron Curtain Trail. Wir sind diesen Weg scharf an der Grenze damals 2014 in der entgegen gesetzten  Richtung gefahren. Im Regen erreichten wir die schöne Stadt Slavonice mit den tollen Graffitto-Häusern rund um den Markt.
8.7.2024
Rechts CZ, links Österreich, der Grünstreifen ist die Grenze
Ein Teil der heutigen Etappe führte durch Österreich. In Hardegg erreichten wir wieder CZ in Mähren. Meine Aufgabe des Tages war einen Znojmer Gulasch in Znojmo an der Thaya zu verkasematuckeln. Nicht geschafft - eine günstige Übernachtung gab es nur reichlich 20 km über Znojmo hinaus. Da war keine Zeit eine Gulaschkneipe zu finden. Vorbei an den bösen Mädchen, die wir rechts liegen ließen, erreichten wir unser gastfreundliches Hotel "La Port". Ich hatte hausgemachte Kartoffelchips zum Bier, großartig.
9.7.2024
Eine Mühle der Hutterer
Die Versuchung zur
größten Dummheit
Südmähren nach Mikulov an den Paulaner Bergen. Die Paulaner Berge sind aber Weinberge. Unterwegs verführte mich eine Metzgerei zu einer großen Dummheit. Da stand ein Gestell mit großartig geräucherten Stücken vom Schwein. Ich verkostete eine Scheibe Rauchfleisch und kaufte dann eine schönes Stück, um es nach Hause zu bringen - Kopf schüttel. Das Rauchfleisch nach drei Tagen Radeln in der Sonne hat den Ebs vergiftet, er kotzte in Wien an die Mauer des Botanischen Gartens.
10.7.2024
Durchs Weinviertel nach Mistelbach.
11.7.2024
Nach Wien zur Direktverbindung nach Saalfeld. Rechtzeitig am Bahnhof, Räder in den Wagon mit Radplätzen (der Zug startet in Wien nach Rostock mit nur drei Wagons). Auf unseren reservierten Plätze ab&zu mal eingenickt sind gegen 2:30 Uhr in Saalfeld gut angekommen. Das e-Bike hatte fast immer eine ordentlich Ladung gekriegt, mit ein wenig Organisation ist also eine größere Tour mit e-Bike tatsächlich möglich.

Donnerstag, Juli 04, 2024

Auf harten böhmischen Radwegen

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1.7.2024
Anreise nach Blankenstein, Regen beim alten Höllenbahnhof abgewettert, dadurch der AGILIS-Zug nach Hof ab Marxgrün erst 9:45 Uhr. Saaleradweg bis Oberkotzau, Perlenradweg über Rehau nach Selb. Erstes Bier in einer türkischen Kneipe. Sie nahmen alle großen Anteil an unseren Plänen und gaben Ratschläge für unsere Weiterfahrt durch den Wald nach Liba (Liebenstein). Sehr interessanter Granitsteinbruch für die Mahlsteine für die Porzellinermasse bei Rosenthal-Porzellan.
Auf der Grenze

Ackerl-Kapelle an der Grenze. In Amerika bei Franzensbad haben wir eine kleine Hütte genommen, um nicht das Zelt im Regen auf&abbauen zu müssen.

2.7.2024
Der Säuerling

Ich habe ihn früh rausgekriegt, den Helmut. So war der Start gegen 7 Uhr nach Cheb zum Frühstück gesichert. Es folgte ein mächtiger Aufstieg auf den alten Kolonnenwegen und zermarterten Waldwegen (die aber immer als Radweg ausgezeichnet waren) vorbei an einer Säuerling-Quelle "Kysel Hamr" bis unter den Dylen. Der Dylen ist der nördlichste Berg des Czesky Les (Oberpfälzer Wald). Gerade wird von einem czech-deutschen Verein die 1948 zerstörte Dylen-Hütte wieder aufgebaut. Eine fette Abfahrt ins Land der Choden. Dort beschlossen wir uns eine Pension zu nehmen. Das preisgünstigste Angebot machte wie sich herausstellte eine Pferderanch in Nirany. Das bedeutete aber auch ab 15 Uhr noch 54 km. Nach 103 km schaltete mein Akku ab, es rollerte die letzten 3 km zum Glück nur noch.

3.7.2024
Der stolze Angler

Das Frühstück besorgten wir uns im BILLA. Ein fieser Landregen setzte ein, also wieder zurück in die Ranch. Dort wetterten wir bis gegen 1/2 10 Uhr ab. Dann ging es durch fünf böhmische Dörfer, im 5. gab es zwar immer noch kein Hostinec, aber ein niedliches vietnamesisches Mädchen im Potraviny. Ich hatte zwei Semmeln mit Rauchfleisch zum Chodenbier. Erfolgreicher Angler, der Karpfen wurde aber wieder zurück in den Dorfteich entlassen. In Klatovy war das Ziel wieder ein feine kleine Pension.

4.7.2024
Kurs vor Pisek

Durch ein großartiges 8 Uhr-Frühstück gestärkt, bewältigten wir kernige Hügel hinüber ins Tal der Ottava. Zum großartigen Mittagstisch (Szegediner Gulasch) in Planice hatten wir gerade mal 27 km geschafft. Einige böhmische Dörfer weiter erreichten wir die Denkmalsstadt Horazdovice gegen 15 Uhr. Da hatten wir uns aber schon im 44km entfernten Pisek angemeldet. Auf auf dem nur 10 cm breiten Radweg #12 nach Strakonice entlang der Ottava und weiter bis Pisek. Es waren wieder einige wilde und harte Abschnitte dabei. Kurz vor 20 Uhr erreichten wir das City Hotel auf dem Marktplatz von Pisek.

Montag, Mai 02, 2022

Das gibt es nur hier (45 km)

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Das Städtchen Elena hat einige Sehenswürdigkeiten aus der Възраждане, der Zeit der Wiedergeburt Bulgariens zu bieten. Alles aber nicht so museumsmäßig aufgemotzt, sondern als bewohnte Altstadt.
Eine Sehenswürdigkeit werdet ihr aber in keinem anderen Reiseführer finden ... nur hier.
Hier steht vor einem kleinen Kaffee der legendäre goldene SR2 mit den zwei Westspeichen.
Baujahr 1959. Vielleicht aus der gleichen Serie wie der SR2 meines Vaters, das einzigste Kraftfahrzeug mit fossilen Antrieb, das er besaß.
Durch ein schönes Tal führte die heutige kurze Etappe in die beeindruckende Stadt Veliko Tarnowo. 
Hier verbringe ich mal wieder einen Ruhetag. Es soll morgen regnen, voraussagte mein Wettermann Gert.

Sonntag, Oktober 29, 2017

Herwart auf dem Jeschkenkamm

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28. - 30.10.2017; Teilnehmer: Der Abt, Ralf, Manne, Helmut, Jenser und EbsEls

Endlich war es soweit, es dämmerte, ich konnte aufstehen. Pinkeln war schon seit drei Stunden notwendig. Nun also endlich aufstehen.
Gestern Abend in der Kneipe der Chata Pláně pod Ještědem hat die Wirtin uns immer wieder vor dem herannahenden Sturm mit 130 km/h gewarnt, sie wies bei jedem Wetterbericht auf den Fernseher. Einen Platz in ihrer Herberge wollte sie uns aber nicht anbieten. Ralf fand auf der Leeseite des Jeschkenkamms einige moosige Plätzchen im Wald für unsere Zelte, dann gleich in der späten Dämmerung dort aufgebaut.
Der auch noch am Morgen mächtige Sturm riss mir den Apsidenvorhang des Hubba Hubba aus der Hand, die Böe blies zwei Liter Graupelregen in mein Zelt. Der Häring zum wieder Abspannen des Zeltes war nicht mehr im Laubblatthumusboden zu finden. In Unterhosen bei immer wiederkehrenden Böen mit Graupelschauer begann ich mit den Abriss des Zeltes. Plötzlich spreißelte 20 m hinter mir Holz, ein Baum knickte ab und krachte zu Boden. Dem einem Gott zum Dank, nicht auf die Zelte meiner Freunde, die noch in ihre mehr oder weniger trockenen Schlafsäcke gekuschelt, auf das Ende des Regens warteten. Ich fand einen halbwegs windschattigen Platz bei der anderen Herberge, um meine sieben Sachen mit klammen Fingern notdürftig zu ordnen. Die Temperatur lag knapp über dem Gefrierpunkt. Der windschattige Platz bot uns auch ein paar Bänke und Tische für das Frühstück. Wir setzen unsere Wanderung auf dem Kammweg zum Gipfel des Jeschken fort.
Das Heulen und Donnern des Sturms um den Turm auf dem Jeschken war überaus beeindruckend. Nach dem mehrbierigen Besuch des Turmrestaurants ebbte der Sturm etwas ab. Vom Zelten waren alle geheilt, die nächste Übernachtung sollte in einer festen Unterkunft sein. Als es langsam dämmerte, erreichten wir den Křižanské Sedlo zum Kryštofovo Údolí. Dort sollte es eine Pension Novina geben, schnell gefunden, aber alles dunkel. Ab 16 Uhr sollten Gäste laut eines Aushangs Eingang finden. Dieser Zeitpunkt war verstrichen, der Abt, Ralf und Manne hatten keine Geduld, sie suchten in Novina nach Alternativen. In der Tat gab es aber einen großflächigen Stromausfall, niemand wollte Gäste ohne Strom in eine der zahlreichen weiteren Pensionen aufnehmen. Wir entschlossen uns in der Hoffnung auf eine Zugverbindung zum nächstgelegenen Bahnhof in Křižan zu laufen. Dort stand sogar ein Triebwagen, der Bahnhofsvorsteher sagte jedoch: “Keine Strom, Autobus kommt erst morgen früh.” Nach einigem Hin&Her ließ er uns aber im Warteraum, dessen Nachtspeicherofen noch ein wenig Wärme und Trocknung spendete, bofen.
Kurz vor Sechs sprang das Licht an, wenig später offenbarte der Bahnhofsvorsteher den Bofern: “In 10 Minuten fährt der Bus nach Liberec.” Naja, so schnell sind wir nicht fertig. Wir verfrühstückten unsere flüssigen und festen Proviantreste. Ich hatte die Lust komplett verloren: “Ich will heim!” Die anderen Fünf sind noch einen halben Tag lang bis in die Gegend von Jítrava gewandert und mit dem Bus nach Hrádek nad Nisou. Auf der Heimfahrt erhielt der Sturm durch die Zugausfallanzeigen auf den sächsischen Bahnhöfen auch einen Namen: Herwart.

Montag, April 06, 2015

Veľká noc...

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... eine Osterspazierfahrt

Der Schneefall zu Ostern verlitt uns (dem Abt und mir) die geplante Wanderung über den Jeschken. Wir fuhren in den Süden, in die Kleinen Karpaten bei Bratislava.
Dort scheint die Sonne

3.4.2015, Das Tal Kršlenica bei Plavecký Mikuláš

Das Felsental aufwärts in die Kleinen Karpaten
Überraschenderweise einige Dutzend Kilometer entfernt von einem größeren Fluss fanden wir ein Biberbiotop.

4.4.2015, Burgenfahrt

Im Tal der Váh (dt. Waag).
Smolenický zámok
Burg Čachtice (deutsch auch Burg Schächtitz, slowakisch Čachtický hrad)
Hier trieb die berüchtigte Blutgräfin ihr Unwesen: Elisabeth Báthory.
Der Abt auf dem Weg zur Gräfin
Frühling bei der Burg Beckov

5.4.2015, Die Sulover Felsen

Súľovské skaly, die Felsen bei Sulov sind eine attraktive Felsenstadt im Nordwesten der Slowakei, nur einige Kilometer von Žilina entfernt.
Súľov-Hradná
Nun gab es auch wieder Schnee (hier am Gotischen Tor), vor dem wir eigentlich geflüchtet sind.
Suľovské skaly - Gotická brána
Auf der Burg Súľov (auch Roháč genannt)
Die Burg Súľov oberhalb von Súľov wird zum ersten Mal 1470 erwähnt. Sie wurde als Wachburg bis 1780 genutzt, danach wurde sie aufgelassen und bei einem Erdbeben im Jahr 1858 ruiniert.

6.4.2015, Heimfahrt über den Mährischen Karst

Die Macocha, auch Stiefmutterschlucht ist eine 138,5 m tiefe Doline im Mährischen Karst.
Es war eine schöne Hohe Nacht.