Samstag, März 30, 2024

Im Tal des goldenen Flusses

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Ich bin hier im Tal des Flusses Pek, einem der Gold reichsten Gebiete Europas. Weiter oben in Maidanpek schürfen die Chinesen. Es sollen wohl tatsächlich etliche Chinesen vor Ort sein, die lassen an die letzten Stufen der Extraktion wohl keine Fremden mehr ran. Aber soweit werde ich nicht mehr kommen. 

EbsEls hat fertig!
Ich habe mich in Kuchevo bei einem Ömchen und ihrer Tochter Rose für zwei Nächte eingemietet. Der heutige Tag brachte aber wieder nur eine abgebrochene Etappe zum Kloster Tumane. Da ist gleich daneben eine Naturerscheinung: "Die Große Akkumulation". Испосница Golubac - Снеготин, Okrug Braničevo, Serbien https://mapy.cz/s/jozunekala 
Muss wohl so eine Art Energiequelle sein. Sollte der Genesung dienen, hat nicht funktioniert. Bin nicht bis hoch gekommen. Morgen beginne ich die Heimfahrt, die aber auch einige Tage in Anspruch nehmen wird, ich muss wieder durch ganze Vojvodina längs durch. Ich werde der Theiß aufwärts folgen.

Donnerstag, März 28, 2024

Ein kurzer Weg Besserung

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... nicht der Heilung. Um ausreichend Entsorgungslogistik zu haben, bin ich heute nur knapp 30 km nach Veliko Gradiste geradelt. Hat geklappt Detlef, U-Hose noch leidlich. Gegen 10 Uhr habe ich mir dann ein Omelett mit Schinken geleistet. 

Der Weg führte auf dem Donaudeich entlang. Der sperrt einen Altarm der Donau als Silbersee und touristische Attraktion vom Hauptstrom ab. Im Vorort von V. Gradiste Beli Bagrem wird weiter mächtig in touristische Infrastruktur investiert. Der Serbe an sich zeigt sich aller Orten als großer Baumeister.

Mittwoch, März 27, 2024

Unwohl in Ram

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Bei der Burg von Ram
Die Burg von Ram haben die Türken nach der Schlacht von Mohacz gebaut und war nur 40 Jahre in Funktion. 
Links die Hügel sind Rumänien

Der raue Weg an der Donau zurück nach Ram
So ein Wels kann ja einge Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Aber wie lange nach seinem Abschlachten darf er dann noch rumliegen? Die leckere Fischsuppe hat bei mir gestern auf der kleinen Runde an der Donau zu einer zünftigen Magenverstimmung geführt. Am Abend hatte ich Schüttelfrost und wohl auch leichtes Fieber, dazu den zu erwartenden Dünnschiss. Ich habe dann meine Horntzsche hier verlängert und einen Gesundheitstag im Bett verbracht. Jetzt ist nur noch der Dünnschiss übrig. Morgen nur eine kleine Etappe, muss ja immer einen Locus finden.

Montag, März 25, 2024

Zur Donau und drüber

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Aus Werschetz raus ging es hoch in die Weinberge. Vorbei am alt ehrwürdigen Helvetia-Weingut hin zu einem Palast aus 1001 Nacht.

Die heutige Etappe zur Donau war nun ein wenig hügeliger.
 In Stara Palanka hatte ich eine Fischsuppe vom Wels in großartiger Paprika-Mehlschwitze, der Zaprjaschka. Der Fisch will schwimmen, also noch zwei Jelen Pivo dazu. Die von Hand geschriebene Rechnung ergab 1000 Dinar, ca. 9€.
Stara Palanka, Donau
Wo ist nun der Fähranlieger? Das sieht hier alles sehr zerzaust aus. Der Wirt versicherte mir, dass die Fähre gegen 14:30 Uhr geht, einer der vier Überfahrten täglich. Endlich erkannte ich durch zwei wartende PKW die Anlegestelle an einem Schotterhaufen. 

Sonntag, März 24, 2024

Gruß aus Werschetz

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Helvetia heute
Heute ein kalter Regentag. Das neue Baumwollhemd passt und wärmt ein Bisschen. Der große serbische Mann meinte, ich hätte "große Kapazität" und servierte mir den Großen Grillteller. Oh mein Gott!

Samstag, März 23, 2024

Im Gegenwind zur Roten Blume

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Nach dem Einkauf des Frühstücks bei einem Bäcker (pekera) bemerkte ich das Fehlen der Mütze. Also nochmal einige hundert Meter retour zum schönen Zimmer, nun war so kurz vor 8 Uhr alles komplett für die Mühen der Ebenen. Zum Frühstück gehört ein würziges Gebäckstück, ein Joghurt und ein Kaffee. Sicher, ein burek würde sicher schmecken, doch da krümele ich alles voll. Es wird eine Art Pfannkuchen, gefüllt mit Käse, Fleisch oder Schinken. Den Kaffee kriegte ich erst im nächsten Dorf Rusko Selo.
100 Jahre Vojvoda Stepa
Das folgende Dorf hieß Vojvoda Stepa. Ich bin hier in der Vojvodina, meine erste Übersetzung war "Militärsteppe", abgeleitet von der Militärgränze der Habsburger. Doch dann hat sich das Dorf die Auszeichnung 100 Jahre Dorf gegeben. Neben einer 105mm-Haubitze fand ich dann die Aufklärung.
105mm Haubitze in Vojvoda Stepa
"Serben, aus den Östereich-Ungarischen Gebieten stammend, machten den größten Teil der Freiwilligen aus, die im Weltkrieg I für die serbische Armee kämpften. Einige waren in die Vereinigten Staaten immigriert, andere waren Kriegsgefangene in Russland oder in Italien. Alle kamen zurück zum Kampf für das serbischen Königreich, ihr Vaterland, was die meisten nie gesehen haben."

Die Serben gehörten zu den Siegern im 1. Weltkrieg und erhielten Gebiete aus dem Zerfall des Habsburger Reichs. Der König belohnte die Helden mit Land im Banat und diese Dörfer wurden gegründet. Es gibt wohl noch einige weitere Gründungen hier. Vojvode Stepa (Stepanovic) war ein Führer der Serben in der ersten Schlacht des Weltkrieg I im August 1914, die Schlacht von Cer. Die Serben schlugen die angreifende K.u.K.-Armee unter Liborius Ritter von Frank, die Revanche wollten für ihren Erzherzog in Sarajevo.
Gut das es solche ablenkenden Entdeckungen gab, denn der Gegenwind wurde immer stärker, die Straßen immer rauer. Bald ging es über von Traktoren platt gefahrene Schwarzerde. Diese "Feldwege" hatten immer noch die Landstraßennummer 104. In Torak zapfte mir ein süßes Madlotschka zwei Jelen Pivo, während sie 200 cevapi grillte. Für mich viel eine Kostprobe ab. Ich habe dann Jasa Tomic links liegen gelassen und bin bis Secanj an der Straße #18 nach Vrsac geradelt. Hier bin ich im Hotel "Rote Blume" untergekommen.

Freitag, März 22, 2024

Im nördlichen Banat

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Es gab früher Zeiten, da habe ich mir am ersten Tag Etappenziele gestellt, wo dann 100 km rauskamen. Heute im flachen Tiefland des nördlichen Banats hätte das wohl noch mal gehen können. Zum 12Uhr-Glockenschlag erreichte ich nach 52 km das Zentrum von Kikinda. In die neue Fleece-Weste von Decathlon passe ich gut rein. Zur Vorsicht habe ich die Reißverschlüsse der Seitentaschen geöffnet. Es war ein lockeres Pedalieren auf den von mapy.cz als Iron Curtain Trail ausgewiesenen rauen Straßen entlang der Grenze. Es ging durch arme Dörfer. Ein Drittel der Häuser entvölkert und teilweise eingefallen. Häufig in den Feldern Erdgasquellen des serbischen Öl&Gas-Unternehmens NIS. Die haben wohl noch Druck und müssen nicht Fracken.
In einem Yettel-Telefonladen, das ist der Roaming-Partner der Telekom hier in Serbien, habe ich ruck&zuck eine Prepaid-SIM-Karte gekriegt. Der Verkäufer hat die in mein Mobile Phone rein gefummelt. Jetzt habe ich für 700 Dinar 15GB Internet-Datenvolumen! Telefonieren kann ich wohl auch, nur meine Nummer ist mir noch unklar, möglicherweise was mit 063 am Anfang. Alles ganz ohne Ausweis, Videoident oder ähnliche Faxen.
Da hinten beim Fahrrad: Meine Horntzsche
Kikinda ist ein hübsches regelmäßig rechteckig geplantes Städtchen. Die Straßen sind fast alle mit Bäumen gesäumt. In zwei Monaten wird man durch grüne Höhlen pedalieren. Die General-Drapsina-Straße ist laut Stadtwerbung die schönste grüne Straße Serbiens.

Donnerstag, März 21, 2024

Ich habe mich beklauen lassen!

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Die eigentliche Überschrift sollte einer meiner Lieblingssprüche sein: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Denn die ca. 18-stündige Anreise von Saalfeld nach Szeged mit Umsteigen in Wien und Budapest hat geklappt. Ich konnte zügig in Budapest zum Nyugati Bhf umsetzen, dort eine 65+-Fahrkarte aus dem Automaten leiern und mich auf dem reservierten Platz ausbreiten. Das Fahrrad hing mit den Vorderradtaschen am Haken des Nachbarwagons. Beim Aussteigen in Szeged gegen 1/2 Acht stellte ich fest, die Vorderradtaschen sind weg.
Eine kleine Hoffnung keimte, der Terrorvorsorge bewusste Schaffner hat die vielleicht sichergestellt? Nein. Damit habe ich den Großteil meiner Klamotten verloren. Die neongelbe Softshelljacke war wohl das Wertvollste, sonst nur U-Hosen & -hemden, die warmen Sachen ... mir fällt es schwer alles aufzuzählen. Eine Packliste habe ich nie. Das Packteil mit diversen Hosen ist noch da. Mein Ärger war schnell verflogen.
Heute war ich im Decathlon in Szeged und habe Ersatz beschafft. Manche der Sachen sehen wohl eher an meinem Leib aus wie gemalt statt passend. Die mögen auch hier keine Dicken als Kunden und bieten kaum was im 3XL-Bereich an. Nachdem ich das Übernachtungszeug (Zelt, Schlafsack und Matte) zu Hause gelassen habe, konnte ich weiter abspecken, nur noch eine Tasche vorn. Vielleicht wird es keine Tour über 5 Wochen, aber ein lockeres Pedalieren. Diese Zeilen schreibe ich während der Mittagspause im letzten ungarischen Dorf Tiszasziget vor der Grenze zu Serbien.
Die Theiss bei Nowi Knesevac
Nun bin ich in Serbien angekommen, willkommen geheißen mit einem rakija aus Aprikosen und einem schwarzen Kaffee. Es waren heute wohl nur 40 km. Ich hatte mir gestern in Nowi Knesevac (das Dorf, wo wir mit Ralf 2006 von Miroslav unseren Miroslav dargereicht kriegten) ein Zimmer gebucht. Mir war nicht klar wie weit ich kommen würde nach dem großen notwendigen Reibach bei Decathlon. Deshalb viel gebummelt und gegen 15 Uhr schon das Ziel erreicht. Auf den Runden durchs Dorf konnte ich die Kneipe von Miroslav nicht rekonstruieren, glaube aber in der Nähe gewesen zu sein. Ich werden von der serb.orthodoxen Kirche morgen ein Foto machen, um ggf. zu Hause noch mal prüfen zu können.