Posts mit dem Label Österreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Österreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, Juli 27, 2026

Znojmo Znaim

1 Kommentare
Znaim an der Thaya
Zugegeben: Dieses Bloggeschreibe ist Kompensation für fehlende Kommunikation bei diesen einsamen Touren. Die Beobachtungen führen oft zu einer Reihe von Gedanken über das Dasein des EbsEls. Ich bin immer noch in Czechland, in Südmähren auf einem großen Naherholungszentrum (Rekreacni areal) Vyr in der Nähe von Znojmo. Die haben hier ein schönes obcerstviny, am Samstag sogar mit Lifemusik. Man kriegt Bier für knapp 2€ die Halbe, bramboracky sowie weitere Snacks. Vor mir am Tisch saß ein Päärchen in der Vorrentenphase, der Kerl mit Oberkörper frei. Ich knipste ein Bild von meinem Bier und dem mächtigen Rücken des Kerls. Das war am Freitag. Ich war kurz davor es auf meinem WA-Status mit diesem Text zu posten: "Sie lieben die Dicken. Vielleicht wäre es doch was geworden mit Eva Cecilova." Eva lernte ich auf einem für die Gruppe Knobelsdorf in Hojsova Straz in den Neunzigern veranstalteten Heiratsmarkt kennen. Gestern saß ich plötzlich am Tisch von echten Recken, denen bin ich am Vortag bereits aufgefallen - als Strong Man. Michael, ein mächtiger Hirte, stellte mich seiner Familie vor, Tochter und Sohn und eine schöne Frau im hautschmeichelnden Schwarzen. Zwischen Haut und Schwarzem war kein Raum für zusätzliche Wäsche. Eva streichelte damals meinen Bauch und meinte, die Frauen in Czechland lieben die starken Typen, die fördern Vertrauen. Was wäre das für ein Dasein geworden?
Keller in Želetice
Die Tour am Sonnabend führte mich bis nach Niederösterreich auf der Suche nach offenen Weinkellern. In Unterretzbach war ich in einer Heurigenkneipe zum Schnitzel und Grünem Veltliner. 
Der Heilige Stein 
Unmittelbar neben der Grenze auf Ösi-Seite befindet sich ein Jahrtausende alter Wallfahrtsort. Ein Stein mit elf schalenförmigen kreisrunden Vertiefungen. Handteller groß. Es konnten rituelle Handlungen bis vor 50000 Jahren nachgewiesen werden. Es ist der Heilige Stein von Retzbach. Zur Christenzeit ist er dann Unserer Lieben Frau geweiht worden. Eine Schautafel gibt Anleitung zum Wünschelruten gehen. Meine Rute ist zu unsensibel. Erst spät am Nachmittag fand ich dann eine Kellerzeile in Mähren, in Chvalovice. Bei einem 80jährigen Op kaufte ich eine Flasche Veltliner. Die Heimfahrt brachte mich auf 2% Akkustand und 88 km. Heute eine kleine Runde nochmal nach Znojmo. Znojmo ist geprägt durch zwei Schluchten, die Thaya und dem ziemlich ausgetrockeneten Granit-Bach. Es ist eine spektakuläre Landschaft. Was noch fehlt? Den Znaimer Gulasch habe ich hier noch in keiner Karte gefunden.

Dienstag, Juli 08, 2025

Umgesattelt angekommen

0 Kommentare
Nun hat es begonnen, eine neue Art auf der Lebensreise unterwegs zu sein. Es sind immer noch zwei Pedale zum Pedalieren, aber nur noch das Rechte gibt Gas. Start viertel vor Sieben am Stellplatz bei CDK. Tanken & Mittagsrast vor Linz an der Autobahn. Das sind Preise, da hat Thüringen noch viel Luft nach oben. Der Herr Rossberger hat sich per Display am Eingang als Gastgeber der Raststättenkette "Landzeit" vorgestellt und viel versprochen. Man muss es den Ösis aber lassen, es wird nicht nur so von "Gastlichkeit" daher gelabert, die zelebrieren es mit Qualität. Ein Rindergulasch mit einem Semmelknödel 19,95€, ein zweiter Knödel hätte 3,95€ obendrauf gekostet. Es war eine Autobahnraststätte, es gibt aber auch diese Autohöfe an Abfahrten, die wohl etwas preiswerter sein mögen. Bei Ried im Innkreis an der B141 warb ein großer Pylon für einen Autohof mit "McDonalds" und "Lusthouse". Beim Lusthouse meinen die bestimmt nicht meine Fresslust. Ab der Raststätte habe ich mich von mapy.cz navigieren lassen. Zügig erreichte ich gegen 16.00 Uhr nach 800 km den Thermal Camping in Bükfürdo, HU. 

Dienstag, September 03, 2024

Im pannonischen Weingarten

0 Kommentare
3. September 2024, Tattendorf
Für diesen kleinen Abschlussbericht sitze ich beim Heurigen. Auf dem Weg nach Wien habe ich einen kleinen Schlenker durch das Burgenland am Neusiedler See und dem Leitha-Gebirge gemacht. Ich habe jetzt für die moderate Etappengestaltung eine schöne technische Ausrede: Mein Umwerfer vorn am Kettenblatt ist kaputt, vom kleinen Blatt hoch geht, es besteht aber die Gefahr, dass die Kette ganz abgeworfen wird. Vom großen Kettenblatt runter muss ich mit der Hand nachhelfen. 
Purbach am Neusiedler See
Donnerskirchen am Laitha-Gebrige
Das ist hier eine sehr gesegnete Landschaft mit aufgeschlossenen Leuten. Ich  konnte mich ausführlich mit dem Herrn Schüller sen. in Purbach unterhalten. Förderung kriegen nur die Großen, sein Betrieb wäre zu klein. Dann hat er ein wenig "Landschaftspflege" betrieben, mit Großkopferten gesprochen, dann gabs auch seine Fördeung von 40T€. "Wir zahlns doch zruck, was tun die sich so gschamig!" "Ist Purbach eine Stadt?" "Oh, ein großer Fehler. Lauter Zugeroaste bauen hier. Die kommen nicht zum Heurigen." Purbach hat zwei Stadttore (ein Türkentor) und eine sehr schöne alte Kellerzeile, hier gibt es bestimmt viele Tradition. In der Hauptstadt des Burgenlands (Claim "Die kleinste Großstadt der Welt") hatte ich einen Eierschwammerlsalat mit Granatapfelkernen, sensationell und ohne Reue, mal vom Preis abgesehen. Mein Tischnachbar wurde gerade von seiner Doktorn mit einer Körpermuskelanteilwaage gemessen. Das halte ich ja für großen Humbug. Aber er war auf die Messwerte sehr stolz und meinte, ich hätte bestimmt noch bessere Werte nach dieser Radtour mit einem Biorad. Dann kann ich hier auch die gerösteten Knödel mit Ei bestellen.

Montag, September 02, 2024

Nun kommt er doch allein heim

1 Kommentare
2.September 2024, Weiden am See
Heute eine Eisenbahnetappe im für alte Säcke so günstigem Bahnland Ungarn. Von Szolnok zum Keleti pu. in Budapest in einem STADLER-Doppelstockzug als Personenzug für 500 HUF. 
Im Personenzug kannst Du Dein e-Bike während der Zugfahrt aufladen!
187 km von Budapest nach Hegyeshalom im Regiojet kosten dann nochmal für Rad und Reservierung 1800 HUF. Zum Kopfrechnen: Für 1€ gibt es beim Geldwechsler an der Grenze 384 HUF. Von Hegyshalom bis hierher an den Neusiedler See dann knapp 30 km geradelt. Am Mittwoch die Rückreise direkt nach Saalfeld (Ankunft Do gegen 3 Uhr) in der 1. Klasse.

Donnerstag, Juli 11, 2024

Durch viele böhmische Dörfer

0 Kommentare
5.7.2024
Das City-Hotel in Pisek überzeugte durch ein üppiges Frühstück. 
Besuch der ältesten Steinbrücke in Böhmen, älter als die Karlsbrücke in Prag. Weiter rollerten wir das Tal der Otava hinab zum Stausee Orlik mit der Burg Zvikov. Hier war ich schon einmal im Jahr 2001 zu einem Pfingstausflug. Wie die meisten böhmischen Städte liegt Tabor auf einem Bergsporn, gebildet durch vulkanische Aktivitäten. Dadurch sind in dem Gestein Granate eingesprengselt. Ein einer Stelle hat das örtliche Fremdenverkehrsamt den bloßen Fels angeschliffen. Die meisten der Senfkorn großen Granate haben die Touristen aber schon rausgepiepelt. Die Preise der Übernachtungen in Tabor vertrieben uns in das 25 km entfernte Dorf Choustnik. Die letzten Kräfte mussten mobilisiert werden, damit wir pünktlich wie versprochen das Domizil erreichten. Der freundliche Wirt kredenzte uns noch einige Biere zum Versagen der Deutschen bei der EM.
6.7.2024
Der Weg führt uns in das Teichgebiet von Trebon und dann weiter nach Cesky Kanada. Das ist die böhmische Fortsetzung des österreichischen Waldviertels. 
Stráž nad Nežárkou
Am Weg lag die Brauerei Pivovar Stráž in Stráž nad Nežárkou, wir kosteten das würzige Schwarze. Wir sind auf den kommunalen Autokemp Světlíková Staňkov ( https://mapy.cz?q=48.984948679011524%2C14.961544275107713 ), endlich mal Zelten mit meinem neuen Zelt. Es war eine gute Probe, es regnete über Nacht.
7.7.2024
Auf dem Iron Curtain Trail
Der Weg führte uns auf dem Eurovelo 13, das ist der Iron Curtain Trail. Wir sind diesen Weg scharf an der Grenze damals 2014 in der entgegen gesetzten  Richtung gefahren. Im Regen erreichten wir die schöne Stadt Slavonice mit den tollen Graffitto-Häusern rund um den Markt.
8.7.2024
Rechts CZ, links Österreich, der Grünstreifen ist die Grenze
Ein Teil der heutigen Etappe führte durch Österreich. In Hardegg erreichten wir wieder CZ in Mähren. Meine Aufgabe des Tages war einen Znojmer Gulasch in Znojmo an der Thaya zu verkasematuckeln. Nicht geschafft - eine günstige Übernachtung gab es nur reichlich 20 km über Znojmo hinaus. Da war keine Zeit eine Gulaschkneipe zu finden. Vorbei an den bösen Mädchen, die wir rechts liegen ließen, erreichten wir unser gastfreundliches Hotel "La Port". Ich hatte hausgemachte Kartoffelchips zum Bier, großartig.
9.7.2024
Eine Mühle der Hutterer
Die Versuchung zur
größten Dummheit
Südmähren nach Mikulov an den Paulaner Bergen. Die Paulaner Berge sind aber Weinberge. Unterwegs verführte mich eine Metzgerei zu einer großen Dummheit. Da stand ein Gestell mit großartig geräucherten Stücken vom Schwein. Ich verkostete eine Scheibe Rauchfleisch und kaufte dann eine schönes Stück, um es nach Hause zu bringen - Kopf schüttel. Das Rauchfleisch nach drei Tagen Radeln in der Sonne hat den Ebs vergiftet, er kotzte in Wien an die Mauer des Botanischen Gartens.
10.7.2024
Durchs Weinviertel nach Mistelbach.
11.7.2024
Nach Wien zur Direktverbindung nach Saalfeld. Rechtzeitig am Bahnhof, Räder in den Wagon mit Radplätzen (der Zug startet in Wien nach Rostock mit nur drei Wagons). Auf unseren reservierten Plätze ab&zu mal eingenickt sind gegen 2:30 Uhr in Saalfeld gut angekommen. Das e-Bike hatte fast immer eine ordentlich Ladung gekriegt, mit ein wenig Organisation ist also eine größere Tour mit e-Bike tatsächlich möglich.

Freitag, April 12, 2024

0 Kommentare

Auf der Heimreise habe ich noch einige Runden durch das Weinvirtel in NÖ (Niederösterreich) geradelt. Einschließlich einer Einkehr zum Heurigen beim Böckl in Bockfließ.

Das sind keine Weinpressen
Hier wird seit fast achtzig Jahren Mineralöl aus dem Boden gepumpt.
Orchideen auf dem Donaudeich bei Schönau an der Donau


Mittwoch, September 27, 2023

Auf Heimreise

0 Kommentare
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Ich bin nun auf Heimreise. Vor einigen Tagen habe ich mir die ÖBB-App runtergeladen und die Heimfahrt mit dem Nachtzug von Wien durchgehend bis Saalfeld einschließlich Fahrradtransport geprüft. Mit der ÖBB-"Sparschiene" wäre ich bei 80€ rausgekommen. Die Terminierung war mir aber noch zu unsicher. Eine knappe Woche später am 22.9.23, ich war gerade aus Serbien nach Ungarn eingereist, habe ich zugeschlagen, nun aber für 114€. Der große Vorteil der ÖBB-App: Die können Fahrradreservierungen.
Start der Heimreise in der Jurtenfarm in Rackeve
Ich habe das so geplant: Bis Dienstag nach Budapest radeln und noch am Nachmittag mit dem Zug (Rentner-Zero-Rabatt) bis Hegyeshalom, Grenzort im Nordwesten nach Österreich. Der strenge ungarische Schaffner im ÖBB-railjet nach München forderte mich ernst&glaubhaft auf zu  versichern, dass ich in dem Grenznest aussteige. Dort übernachtet. Heute das Tal der Leitha aufwärts bis in die Vororte von Wien, nach Guntramsdorf. In der Tat war das ein 90km-Ding, die Ösis schicken den Radler gerne zick&zack durchs Land.
Hier stimmt die Qualität und der Preis
Höggscht dekoriert
Ich hatte eigentlich nicht vor, zum Essen einzukehren. In Bruck a.d. Leitha verführte mich aber die Speisekarte einer vor Corona oft prämierten Wirtschaft. Ich hatte die Eierschwammerl mit Serviettenknödel.
Morgen ist es nur noch ein kleiner Ritt bis zum Wiener Hbf. Dort hat mir einer einen Würstlstand mit Waldviertler Würstl empfohlen. Das wird mein Abendbrot bis Saalfeld sein. 

Samstag, August 20, 2022

Die Mur, fast immer bergab

0 Kommentare

Die gute Wirtin hatte zeitig ein Frühstück bereitet, so war ich dann gegen halb Achte auf dem Schoberpass. Das Wetter versprach lange trocken zu bleiben. In St. Michael erreichte ich das Tal der Mur, den Mur-Radweg R2. Ich habe mich erstmal ca. 5 km die Mur aufwärts verfahren. So war es Zeit für eine Jause geworden, als ich wieder am Billa am Kreisverkehr in St. Michael vorbei kam. An einer kleinen Kapelle unter der Autobahn S6 gab es eine schöne Bank mit Tischlein für meine Jause mit Pressack-Semmel und zwei Puntigamern, das Bier aus Graz, das Arnie Schwarzenegger groß&stark gemacht hat.
Nur wenige Kilometer weiter die Brauerei von Österreich, Gösser in Leoben. Ich wurde leider miss verstanden, als ich dort im Brauhaus das Bier bestellte, worauf der Braumeister am meisten stolz sei. Der Ober meinte mir Minaralwasser bringen zu müssen. "Bei uns trinken die Brauer nur Mineralwasser!". Naja, ich hatte dann ein Bier und eine große Leberknödelsuppe.
Ich musste mich aber als Biersommelier doch noch rechtfertigen: Ich bestellte ein "Spezial". Dieses Bier erhält der Gast nach ca. 15 min gereicht. Ich habe keine Ahnung, wo die das her holen. Aber wirklich ein ausgesprochen hopfiges Vergnügen.
In Pernegg an der Mur neigte sich der Tag dem Abend zu, ich suchte schon einen Platz zum Zelten trotz drohendem Regen. Dann wurde mir ein Zimmer bei der Martina in der Pernegger Dorfstub'n empfohlen ... und tatsächlich, es klappte und ich wurde gleich an den Stammtisch geladen. Ich kam nicht mehr zum Schreiben des Tourtagebuchs am Freitag.
Heute nun lockeres Pedalieren auf dem Mur-Radweg durch Graz bis nach Leibnitz.Immer wieder Felder mit Kürbissen für das berühmte Steirische Kernöl. 
In Leibnitz ist heute Weinfest. Die sind hier alle in steirischer Tracht, die Weinköniginnen mit ausladendem Dekolleté. Morgen erreiche ich dann Slowenien. Ich geh jetzt noch mal zum slowenischen Weinbauern und hole mir einen Weißburgunder. Sein Traminer ist etwas schwach.

Donnerstag, August 18, 2022

Gesäuse

1 Kommentare
Wieder konnte ich zeitig früh starten, halb Acht beginnt der Ritt durch das Gesäuse. Die enge Schlucht spendet erst mal Schatten, aber trotz Straße geht es wieder ständig hoch und wenig runter. Die Tunnel sind leicht zu pedalieren. Später dann den längsten Tunnel an der Zigeunerrunse kann man sehr gut umfahren.
Eingang ins Gesäuse
Beim CP Forstgarten ist wieder so eine Station dieser Outdoor-Adventure-Firma AOS. Diesmal lief die Einweisung gleich in Englisch. Als ich wegen Durst fragte, meinte Einer: "Um 9 Uhr morgens nur Bier." "Das ist genau meins." Seltsamerweise löste das allgemeine Belustigung aus. Während sich die Kundschaft in die Neoprenausrüstung rein zwang, löschte ein Gösser Märzen meinen ersten Durst des Tages.
Das Gesäuse ist eine beeindruckende Schlucht. Leider ist es doch sehr verbaut: Straße, Eisenbahn und sogar eine Staustufe. Auf der Straße nerven die Motorradfahrer. Die werden durch Schilder ständig aufgefordert, wegen dem Lärm vom Gas zu gehen. So hat der Naturfreund in der Saison nix von den vielen seltenen Tieren. Ich hätte beinahe noch ein schwarzes Eichhörnchen überfahren, es waren nur Centimeter.

Oberhalb von Admont zog eine Warmfront auf. Der Regenradar bestätigte eine schwere Gewitterfront in der nächsten Stunde. Das war eine gute Begründung, die letzten Höhenmeter hoch auf dem Schoberpass mit der Bahn zu bewältigen. Ich stieg in Selzthal in den Zug. Wenige Minuten später brach der Gewitterschauer los und zerstörte gleich mal die Oberleitung der ÖBB. So jedenfalls die Durchsage als am Güterbahnhof von Rothermann der Zug zum Stehen kam. Nach dem Gewitterschauer hatte die ÖBB einen Schienenersatzverkehr organisiert, wo auch ich mit dem Radl mit genommen wurde. In Wald am Schoberpass stieg noch Einer aus, der mir bei seiner Freundin im GH Gruber eine Übernachtung organisierte. Jetzt kommt im lokalen Fernsehen, dass der Zugverkehr im Salzburger Land, der Steiermark und in Kärnten still liegt. 

Mittwoch, August 17, 2022

Heute war es wieder schwer

0 Kommentare
Beim Zeltplatz wollte ich mich schon noch anmelden, die ausgehängte Nummer angerufen, doch mit einem Anrufbeantworter spreche ich schon lange nicht mehr. Wenn die Roboter mal den Aufstand starten, werden die AB's die Propagandaabteilung sein und uns alle belügen. So fügte es sich, dass es in Großraming wieder ein Wildzelten mit Lokus war. Eine Metzgerei hatte schon früh ab 7 Uhr geöffnet, ich hatte zwei Wurstsemmeln mit einer Coke.
Noch führte der Weg auf Güterwegen entlang der Enns, doch dann ab Kleinreifling war die Bundesstraße B115 angesagt. Den Autofahrern wird mit vielen Schildern der Seitenabstand von 1,5m zum Radler eingebleut. Ich habe nix zu meckern, man hielt sich dran. Eine Ausnahme war ein Piefke aus Gütersloh. Die Bundesstraße ist ob ihrer Breite sehr arm an Schatten, ich habe mich sehr gequält. In Großreifling gab es ein Outdoor-Adventure-Center mit Gastgarten. Nach dem der Animateur aus Costa Rica die Gruppe für das Rafting auf der Salza ihren Guides aus Uganda und Ungarn (das ist kein Witz!) zugeteilt hat, kehrte Ruhe und ein Päärchen e-biker ein. Er ist ein pensionierter Einzelhändler aus Admont. Er hatte in seiner Karriere schon eine Thüringerin, die hat ihn aber abgeblitzt. Seine derzeitige Lebensabschnittsgefährtin ist wie er im schicken Bikeroutfit gekleidet. Sie machen mit ihren e-Mountainbikes eine knackige Tour durch die Kalkalpen, so lange der Akku reicht. Ich bin eingeladen, bei ihnen im Garten am grünen Haus in Admont zu campen. 
Mich beschäftigt aber die heutige Etappe, ich komme nur noch bis Hieflau und residiere im Gasthof International in Hieflau. Morgen dann durch das Gesäuse.

Dienstag, August 16, 2022

Heute war es schwer

0 Kommentare
Ich pedaliere den Ennstal-Radweg R7 ab Enns aufwärts. Beeindruckend sind die vielen Rebhühner und Fasane, die ich hier auf den Güterwegen aufjage. 
Ab Ternberg ist der Radweg herausfordernd, ich muss immer wieder schieben. Es sind fast nur noch e-Bike-Rentner oder Rennrad-Hipster unterwegs. 
Die Landschaft wird immer spektakulärer, der Durst wird immer quälender. 
In Reichraming lädt ein 4-Seitenhof ein. Das sind wirklich beeindruckende Höfe, die hier quer und vereinzelt in den Hügeln verstreut sind. Jetzt kurz vor Großraming war noch ein 350 m Puckel angesagt, das habe ich aber abgewählt. Ich hatte die Möglichkeit über einen der vielen Dämme der EnnsKraft rüber auf die Hauptstraße zu wechseln. Dort war sehr wenig Verkehr. Nur noch wenige Minuten bis zum CP Ascha-Tal in Großraming, keiner mehr da zur Anmeldung. Jetzt schreibe ich mein Tagebuch an der Tanke im Kreise der Dorfjugend.

Montag, August 15, 2022

Ein Güterweg ist ein guter Weg

0 Kommentare

In dem Hotel in Andorf gab es ab 6:30 Uhr Frühstück, ich stand pünktlich vor dem Buffett. Der Neffe der Frühstückverantwortlichen hatte gerade als Sieger das Radrennen "Race around Austria" absolviert. Über 2000 km in 5 Tagen mit 6 mal 20 min power nap, unglaublich. Die Tante war mächtig stolz. Der Weg führte über viele Güterwege die Pram aufwärts bis Zell an der Pram. Dort bin ich über den Granatzweg (R20) rüber ins Aschach-Tal, wieder über schöne Güterwege. Das sind die asphaltierten Feldwege zwischen den Gemeinden, die manchmal nur aus einem Hof bestehen. An einem der Höfe blieb ich stehen, um die diversen Tierstimmen zu verstehen: Pferde, Esel, Hühner, Enten und die Lautesten, die Pfaue. Es war ein großes Konzert.
Es ist hier heute Feiertag: Sie feiern, dass die Maria als Mutter Gottes zum Himmel gefahren ist. Das muss sowas wie ein katholischer Frauentag sein. In Waizenkirchen spielte zum Kirchgang die Blasmusik. Die Frauen kamen aus der Kirche mit einer Schale Plätzchen und einem Sträußchen. Die Frauen alle in Tracht.

Das Aschach-Tal geht runter zur Donau, ein Tal wie das Weißeritz-Tal in Freital. Ich folgte dem Donau-Radweg bis nach Enns. Morgen dann der Enns-Talradweg aufwärts.
Die ukrainische Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft.
Ich bin in Enns in einer Pizzeria. Mir gegenüber sitzt ein Kapitän der Donau-Dampfschifffahrtsgellschaft. Er nuckelt an seinen zwei Pfeifen mit dem klassischen Vanille-Tabak. Dazu seine vor Dekaden und vielen gerauchten Stange Zigaretten einst begehrenswerte Frau. 

Sonntag, August 14, 2022

Durch den Klosterwinkel nach Österreich

0 Kommentare

Ich durfte schon früh um 7 Uhr an das große Frühstücksbuffet in der Radlerpension Sagererer in der Altstadt von Vilshofen. Der Wirt zeigte mir noch den Weg zum Wolfach-Radweg nach Ortenburg. 
 
Das ist ein schöner naturnaher Weg hinüber ins Rott-Tal bei Bad Griesbach. Bei Uttlau erreichte ich die Gegend der Reichen, ein riesiger Golfplatz mit einem 18Loch-Meistercourt und einem 9Loch-Juniorcourt. Die machen dort reichlich Höhenmeter am 18Loch-Platz. 
 
In Schärding erreichte ich Österreich. Schon zu Hause habe ich mir den Pramtalradweg alternativ zum Donauradweg ausgesucht. Hier ist das Angebot an Wirtshäusern aber sehr schmal. Erst gegen 18 Uhr in Andorf fand ich beim Kirchenwirt einen großartigen Biergarten. 
 
Ich hatte drei große Gespritzte! Hier fand ich auch ein schönes und bezahlbares Landhotel, die Etappe findet hiermit ein gutes Ende. Nachher gibt es noch als Betthupferl einen Vogelbeerbrand. Morgen ist hier Feiertag - Marien Himmelfahrt.

Mittwoch, Mai 18, 2022

Wien

1 Kommentare
Ich bin mittags in Wien angekommen, mit Heißhunger auf ein Schnitzel. Gleich in einem Beissl gegenüber vom Hauptbahnhof stillen können. Dann ein wenig durch Wien gerollert. Am Arsenal, dem Belvedere und am Karlsplatz.

Es gibt ja so viele Versuchungen für Bauch und Kopf. Eine hieß "Wein und Kunst". Ich fuhr ran und raesonierte rum, wo hier die Kunst sei. "Die Kunst ist, hier zu überleben", sprach der offensichtliche Besitzer mit einer Dame am einzigsten Tisch vor dem Laden. Dann zog er genüsslich an der dicken Zigarre mit einem sehr hellen Deckblatt, wie ich es nur von den
habanas kenne.

Dienstag, Juni 27, 2017

Der Lechfall

0 Kommentare
Ein Fehlstart in Boden: Mit dem den ersten Stramplern hinauf auf die Hahntennjochstraße aus Boden beginnt es zu regnen. Nach einer knappen halben Stunde ein Regenbier im Gasthaus “Zur Gemütlichkeit” in Bschlabs bestellt, der Kellner stellt mir das Bier hin und der Regen hört auf. Der Kellner meinte bei der Bestellung noch: “Dös muss aber a’ Großes sei.”
Lechtal bei Elmen
Der Lechradweg ist wunderschön, nicht nur weil er in meiner Richtung nur bergab geht. Er führt immer wieder auf den Lechbänken durch lichten Kiefernwald. Der Lech mäandriert über eine lange Strecke noch ganz eigenwillig als Naturfluss. Ich bin dann mal runter zu den Kiesbänken, um mal eine Kiesbankwolfsspinne zu finden, kein Glück. Sie erspürt herannahendes Hochwasser in den Kieseln und gräbt sich ein Loch, verspinnt es und kann mit dem Luftvorrat das Hochwasser überleben. Erst kurz vor Reutte gibt es eine Geschiebefalle. Wer wird dereinst das Geschiebe aus der Falle befreien?
Während der Lech in seinem Alpental bräsig vor sich hin mäandrieren kann, muss er sich dann durch die wohl nur ca. 500 m lange Lechschlucht vor Füssen zwängen. Die schlauen Schwaben habe gegen Ende des 18. Jhdt. aus einigen Fluten gelernt und oberhalb der Lechschlucht den Lechfall gebaut. Eine Aufstauung und einen Tunnel, der noch heute Energie liefert, schützte die Mühlen in Füssen und lieferte stetige Energie für ihr Werk. Meine Energie erhielt ich von einem Mariahilfer Bier vom Kössel Bräu in Eisenberg. Nun bin auch wieder in Deutschland.
Wiese im Königswinkel: Wer entdeckt das Schloss?
Ich konnte den “Dampflokrunde”-Radweg bei Roßhaupten finden, es war ein Lust am Pedalieren Richtung Marktoberdorf, was ich mir als Ziel gesetzt hatte. In Steinbach am alten Bahnhof war ich Teil einer Runde von freiwilligen Brandlöschern. Das Bier gab es für eine Spende von einem Euro. Die Schwaben ließen die Verschwendung nicht gelten, als ich für mein Bier 2 € spenden wollte. “Da hascht Du noch Eins gutt!” Vielleicht konnte ich Einen für einen Familienurlaub an der südlichen Schwarzmeerküste bei Sozopol in Bulgarien begeistern. Ich habe mich gerade bei meinem Bruder gemeldet, morgen sollte ich in Illertissen sein.

Montag, Juni 26, 2017

Genieß es!

0 Kommentare
“Genieß es”, sagte der Wirt vom Hirschen in Imst zum Schluss, nachdem er mich als ersten Gast am Montag begrüßte und nach dem Woher&Wohin fragte. “Du bist noch ohne Elektro unterwegs?” Nach dieser Frage klang das “Genieß es” eher wie “Quäl Dich!” Ich starte in Imst zum Hahntennjoch.
Panorama am Linserhof
Der Linserhof ist die letzte Logistikstelle. Die muss genutzt werden, denn es kommen schon die ersten Zweifel. Der Linserhof liegt auf einer Alm auf knapp über 1000m vor dem Panorama der Pitztaler Alpen. Ich habe mich von diesem Panorama, von der Badestelle und all den anderen Versuchungen losgerissen und bin den Pass angegangen.
Aufwärts ...
Es gab noch einige retardierende Momente, ich habe es aber geschafft … geschoben, zu 95%. Kurz vor dem Pass gab es die Imster Melkalm Maldon, lauter Schirmchen davor. Also bin ich hin und konnte mir ein Weißbier zapfen lassen. Dann wurde die Alm zugemacht und die Senner, im Alter zwischen 70 und 17, holten die Kühe in den Stall. Die alten erfahrenen Rindviecher drängelten bereits am Tor mit lautem Blöcken, die Jungen mussten rangetrieben werden. Es war ein großes Theater bis jedes Rindvieh im richtigen Stallstandort war. Mir schien es, dass es Streit zwischen dem Vieh im Stall gab, wenn ein Rindvieh auf dem falschen Platz Stand. Es gab vier Eingänge in den Stall, es rumste drinnen und eine Kuh kam wieder raus. Die Senner trieben sie dann zum korrekten Eingang hin.
Geschafft!
Abfahrt nach Boden und Bschlabs
Nun bin ich im Berggasthof “Bergheimat” in Boden. Der Kellner ist ein Ungar und kennt Lauscha, wie klein die Welt ist. Es gewittert wieder.

Sonntag, Juni 25, 2017

Inn aufwärts

0 Kommentare
So richtig zu regnen begann es erst, als ich unter der Dusche stand … aufgehört hat es gegen 11 Uhr. Der schwäbische Bauer ist wieder zurück in sein Zelt und hat geboft bis gegen 10 Uhr. Ich habe auf einen Frühschoppen gewartet. Erst hieß es, gegen 8 Uhr, dann 11 Uhr. Dann musste ich auf geheiß des Chefkellners meinen trockenen Platz räumen. “Wir müssen die Plätze zu Mittag herrichten! Wir öffnen erst um 12 Uhr.” Da habe ich mein Zelt abgebaut und bin losgeradelt.
Inntal: Stift Stams
Genau richtig, der Regen hatte sich gelegt. Zu Beginn ein kleiner Fehler, statt eines Radweges war ich auf dem Holzweg und völlig von der Pampe vollgespritzt. Dann aber war es ein lockeres Pedalieren bis in die Gegend von Imst. Morgen will ich das Hahntennjoch probieren, wo wir einst mit Loths 353er Wartburg waren.
Inntal bei Imst

Samstag, Juni 24, 2017

Über den Brenner

0 Kommentare
Heute wieder ein Hupperle mit dem Zug: Von Prato, über Bologna auf den Brenner.
Gedenktafel für die Opfer des faschistischen Terrors 1980
Der Anschlag von Bologna war ein Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof der italienischen Stadt am Morgen des 2. August 1980 durch die neofaschistische Organisation "Neue Ordnung". Der Untersuchungsrichter Felice Casson fand bei der Aufklärung im Archiv des Geheimdienstes SISMI Dokumente, die auf eine geheime Organisation namens Gladio hinwiesen. Dahinter steckte CIA und MI6 mit ihren Stay-behind-Operationen im Kalten Krieg. Die Anschläge sollten das italienische Volk dazu bringen, den Staat um größere Sicherheit zu bitten.
Es beginnt die Abfahrt vom Brenner durch das Wipptal
Die aufsteigende warme Luft verursachte auf der Fahrt hinunter durch das Wipptal einen starken Gegenwind. Oft musste ich ganz ordentlich strampeln - bergab! Dann weiter an den westlichen Stadtrand von Innsbruck auf den sündhaft teuren Camping Kranebitten. Es gewittert. Hier teile ich mir den Platz #60 mit einem Schwaben auf großer Radtour, der aber an der Rezeption auch keinen Rabatt herausschlagen konnte. Es ist ein pensionierter “selbstständiger Bauer” aus der Gegend von Ellwangen. Er ist von zu Hause nach Donauwörth geradelt, dann die Donau abwärts bis Passau und den Inn aufwärts bis hierher. Sein Ziel ist der Malojapass, dass wäre von St. Moritz nicht weiter hoch, rüber ins Rheintal und nach Hause. Eine großartige Runde! Er hat eine blitzneue Ausrüstung, das VAUDE-Zelt baute er während der Tour zum ersten Mal auf. Meine Einladung zum Glas Bier lehnt er dankend ab, “Null komma Null!”
In der noblen “Garda-See”-Diele komme ich mit einem Typen ins Gespräch, der sich erstmal beschwert: “H..mm! Ich bin voll.” Er scheint mir als einzigster Tiroler aus Kranebitten hier zu Gast zu sein. Er bestellt aber noch eine “kleine Nachspeise”, drei Kugeln Eis. Er erforscht gerade die Aktivitäten der Stonehenge-Leute auf den Bergen Serles und Patscherkofel. Zur Sommersonnenwende war er oben auf dem Patscherkofel und hat faszinierende und geheimnisvolle Energien erfahren, als bestimmte Steine, der Berg Serles und die Sonne in Linie standen. Er war auch schon am Sonnenobservatorium Goseck forschen.

Samstag, Oktober 11, 2014

Nachgekartet

0 Kommentare
Im Sommer sind wir auf dem Weg von Budapest nach Hause entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" über den Böhmerwald geradelt. Es gab noch ein paar offene Punkte ... und so wurde eine Knotentour über den Böhmerwald geplant, von Regensburg nach Passau.
Sven hat einen klasse Bericht dazu geschrieben.
Ein offener Punkt: Der Schwarzenbergsche Schwemmkanal

Mond am Morgen bei Strážný (früher Kunžvart, deutsch Kuschwarda)