... wie er im Buche steht. Das ist nun ein weiterer Versuch von mir, mich für die Autotouristik zu begeistern. Ich bin gestern bis in die Gegend von Pisek in Südböhmen gefahren. Es gibt mittlerweile etliche Stücken Autobahn in Czechland, die gehen aber alle sternförmig von Prag aus. Von Eger in Richtung Budweis ist es eine Fahrt durch die sprichwörtlichen böhmischen Dörfer. Ich fand das schöne "Kemp Važka" in Varvazov. Der Platz wird von einem tschechisch/deutschen Paar geführt, der Kerl stammt aus dem badenschen Schwarzwald. Ich fragte ihn, wie er mit der tschechischen Gramatik zurecht kommt. "Ich bin seit zwanzig Jahren hier. Es geht gut, weil es fast keinen interessiert. Die "blumige" Aussprache ist das Problem." Er gab mir zwei touristische Prospekte mit Karten und empfahl mir u.a. Blatna als Ziel einer Radrunde durch viele böhmische Dörfer.
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| In den böhmischen Dörfern |
Bei Blatna war in Kadov ein Wackelstein eingezeichnet. Gefunden war damit das Ziel meiner heutigen 80km-Runde. Im Nachbardorf fand ich gleich einen schönen COOP-Markt für die Frühstücksauswahl. Herausragend, der Räucherkäse. In Blatna war die Mittagszeit fast ran. Ich sah die tschechische Arbeiterklasse zufrieden aus dem Restaurant vom Hotel Baranek rauskommen. Draußen hing die Tageskarte für den heutigen Freitag: Madarsky Gulasch mit Houskovy Knedlik! Ruckzuck zauberten die Madlotschka den Gulasch und ein Prazdroj vor mir auf den Tisch. Es schmeckte wie früher. Weiter zum Wackelstein in Kadov.
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| Der Viklan von Kadov |
Den haben wohl die Kirmesbuben umgeschmissen. Doch man hat mit viel Hebelwerk den Stein wieder auf seinen Platz zurück gekriegt. Der Wackelstein wiegt 29 Tonnen. "Diese Methode, einen enorm schweren Stein zu bewegen, die Ing. Pavel in Kadov erprobte, trug dazu bei, dass der berühmte norwegische Reisende und Entdecker Thor Heyerdahl Ing. Pavel auf die Osterinsel einlud, um bei der Lösung des Problems des Transports großer Steinstatuen zu helfen. Auf der Osterinsel gelang es Ing. Pavel zu beweisen, dass Menschen mit einfachen Werkzeugen immobile Statuen über weite Strecken transportieren können. Er löste damit ein großes historisches Rätsel." (Erklärtafel vor Ort, übersetzt mit GoogleLens)
In den Dörfern hier gibt es noch ab&zu Kneipen, ich besuchte das Obecní hostinec in Čečelovice. Hier wies mich die Muttel auf ihre Tagessuppe hin - Kulasda. Dann hat mir ein Gast erläutert was das für eine Suppe ist: Eine Mehlsuppe mit Kartoffeln, Waldpilzen und Kräutern. Es war köstlich. Dazu hatte ich aus der Brauerei in Strakonice ein hopfiges Pilsner und ein kupferfarbenes Dunkles "Klostermann". Die Runde führte durch eine hucklige und abwechlungsreiche Landschaft mit Fernblicken auf den Böhmerwald am Horizont. Es ist wirklich ein Genuss hier zu pedalieren.