Mittwoch, März 11, 2026

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Ich besitze wieder mein Auto.

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Die am Rande beteiligten Parteien haben die Wiederinbesitznahme zwar ein wenig rau gestaltet, auf die wichtigen Akteure war 100%ig Verlass. Bei der Anreise nach Illertissen zu meinem Bruder war der ICE von Erfurt nach München pünktlich. Die Lokalbahnen in Thüringen und in Bayern haben gehunzt. Aus drei Umstiegen laut Fahrplan wurden fünf, incl. Bahnsteigwechsel in Memmingen 8 min vor der Abfahrt. Für 'nen alten Mann eine Herausforderung. Die Abfertigung des WizzAir-Flugs auf dem Flugplatz Memmingen war wie Krieg ... 90% warten und dauert länger wie geplant. Der Flug selbst (laut Kostenaufstellung knapp 6€) ein Erlebnis. Ich habe mit mapy die Route verfolgt, großartige Sicht auf die Schnee bedeckten Gipfel des Rodna bei Sonnenuntergang. Da war der Flieger schon im Sinkflug nach Suceava. Als ich aus dem Flugplatz raus zum Taxistand bin, zeichneten sich am abendroten Horizont zackig die Karpaten ab ... großartig. Noch rechtzeitig vor Küchenschluss in die pensiunea Meteora eingecheckt.
Auf Probefahrt
Heute Morgen dann perfekt mein Auto von Daniel bei AutoDel in Sučeva übergeben bekommen. Ein Monteur holte es vom Standplatz, rückwärts eingeparkt mit Fußmatte im Fahrerraum wurden mir die erbrachten Reparaturen und Services erläutert und dann los, wieder Fahren lernen zum Tanken. Auch hier in Rumänien sind schon knapp 9 Lei für den Liter Diesel ausgezeichnet. Der Euro kostet ziemlich genau 5 Lei. Der Taxifahrer und Meister Daniel erkundigten sich nach den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Mit 2,20 € haben sie nicht gerechnet. Die Probefahrt absolvierte ich auf schmalen Dorfstraßen. Damit kann ich die notwendige Aufmerksamkeit trainieren, die es braucht, östlichen Verkehr zu meistern. Praktisch nur Ortsverkehr, was 50 km/h und an den zahlreichen Fußgängerüberwegen 30 km/h bedeutet. Der Rumäne an sich hinter mir in seinem Auto sieht das ganz anders und überholt mich bei im Tempomat eingestellten 58 Stundenkilometern. Immer beachten die Fuhrwerke, die Fußgänger ohne Bürgersteig und die eRoller, die dir in einer Linkskurve auf deiner Fahrspur entgegen kommen.

Donnerstag, Juli 17, 2025

In der Maramures

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Im Plan für die Maramures stand der CP Babou in Breb. Der Weg stellte in locru heraus, im Bau. Es wäre eh sehr herausfordernd gewesen, von dort aus Radexkursionen zu starten. Zudem verkündete die extrem schwüle Luft einige Gewitter ... und so sollte es sein. Ich habe dann ersteinmal noch einige Schleifen mit dem Mobil gedreht, lauter Wege aus der Großen Rumänien Tour 1986. Es wird viel gebaut auf dem Weg hoch zum Neteda-Pass hinüber nach Cavnic. Unsere Campwiese, die uns Gert anwies, kann ich nicht mehr identifizieren. Dann durch Cavnic hinunter zur Kirche von Surdesti. 
Biserica de lemn in Surdesti
Das beindruckende Innere
Für einen kleinen Obulus konnte ich die prächtig ausgemalte Kirche besichtigen. Die Kirchenbedienerin erläuterte, dass hier nichts an den Farben in den Jahrhunderten restauriert wurde. Wirklich beeindruckend. Die Rückfahrt in das Mara-Iza-Gebiet führte über Baia Sprie und dem Gutii-Pass nach Barsana. Dort hatte ich auch einen Campingplatz Bradova Barsana gefunden. Da hatte ich mir was eingebrockt. 
Am Horizont der Hahnekamm (Creasta gogosului)
Der Platz Badova Barsana mit Weitblick
Eine ausgezeichnete Lage mit weitem Blick zum Creasta Gogosului mit einem Aufstieg in drei Steilstufen (ca. 16% plus) auf 500 m Höhe. Ich überlegte schon, ob ich nochmal runter soll, aber außer einem Tuica zur Begrüßung gab es keine Logistik. Doch ich wagte es ... runter ins magazin mixt war es wert. Als ich zurück kam, hatte sich der Platz leidlich gefüllt mit solchen Offroad-Campern wie die Schweden, diesmal nur aus Bayern und aus Polen, meine netten Nachbarn.
Am folgenden Mittwoch dann der Ausflug mit dem Rad nach Valea Stejarului. Hier stand noch eine offene Aufgabe aus 1986. Gert schwärmte von dem Holzschnitzerdorf im Tal der Eichen und führte uns durch eine Furt im Fluss Iza. Die dort wimmelnden Blutegel vergällten mir dieses Dorf und ich trennte mich von der Truppe, in Oberwischau kamen wir dann nach zwei Tagen wieder zusammen. 
Die Kirche im Dorf

Heute führt eine asphaltierte Straße in das Dorf, wo es in der Tat noch einige schöne Tore gibt. Für ihr Kirchendach hatten sie aber nur Blech über. Überraschenderweise hatten sie auch ein gastliches magazin mixt. Diese ganze Tour war gekennzeichnet von aufmerksamer Wetterbeobachtung wegen der ständigen Gewitterschauer die über die Maramures zogen. Dreimal musste ich eine Bierpause einlegen (i.d.T. immer nur ein Bier), sodass ich oben auf dem CP nur nass vom Schweiß ankam.
Heute nun weiter auf nostalgischen Spuren hinüber in die Moldau. 2010 hatten wir uns die Höhenstraße von Glod über Poienile Izei nach Botiza vorgenommen. Hinter Glod hat uns der raue matschige Weg abgewiesen, heute ist das eine schmale asphaltierte Straße. Dann durch Oberwischau und Borsa hinauf auf den Prislop-Pass und weiter ins Tal der Goldenen Bistritz, wie damals 1986 mit Biorad und zwei Gängen: Pedalieren oder Schieben. 
Schnellader für dein Elektrisches auf dem Prislop-Pass
Auch auf den Rarau kommt man heute locker auf Asphalt von Pojorata aus. Hier oben habe ich abseits einen schönen Stellplatz gefunden ... mit Herz. 
Platz mit Herz
Mit dem Rad bin ich die letzten Höhenmeter zum Hotel Alpin gestrampelt. Das liegt auf 1500 m Höhe und war ein Jahrzehnt mein Fahrradhöhenrekord.

Montag, Juli 14, 2025

Durch die Ländereien derer von Wenckheim

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Im Dschungel der Puszta auf der Suche von Samsons Burg
Samsons Burg
Gestern noch eine Runde durch die Ländereien derer von Wenckheim rechts und links der Fekete Körös (Schwarze Kreisch). Ein Fünftel meiner Follower, der Gert, fragte nach den Preisen aktuell in Ungarn. Leider muss ich sagen, dass ich dazu wenig sagen kann. Mich macht der Forint kirre, immer musst du Hunderte und Tausende davon hinlegen. Wenn du 300 HUF hingibst als Trinkgeld, bist du geizig. Ich sage schon immer vor dem Rausgeben an der Kasse: "No coins!" Die 50- und 100 HUF-Scheiben machen nur die Geldkatze schwer. Die ALDI-Mädels dürfen aber nicht aufrunden, wieder hast du zu schleppen. Heute habe ich noch in Ungarn getankt. Der Beleg wies den Preis auch in € aus, habe genausoviel wie in Deutschland bezahlt. Dann ging es über die Grenze nach Rumänien, Schengen offen. Am alten ungarischen Grenzübergang war 20 km//h angewiesen, da hat mich doch ein Sprinter mit italienischen Nummernschild auf der LKW-Spur überholt. Das war der erste Vorgeschmack auf die rumänische Fahrweise. Es gilt 50 km/h in den Ortschaften. Anfangs habe ich meinen Tempomat auf 55 km/h eingestellt. Da haben mich sogar im Dorf LKW überholt, kein Witz. Die Dörfer können gar lang sein, also habe ich aufgerundet auf 65 km/h. Die Rumänen überholen in den Ortschaften trotzdem. Auch unterwegs sind die nervös wie junge Hengste vor der Rennbahn. 
Der Lustige Friedhof
Ich bin gut in Sapinta angekommen und logiere auf einem CP mit einer Horde Schweden in lauter Landrovern mit Anhänger. Wenn die die Seitenwände der Anhänger aufklappen, haben die dann ihre Küche. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die mit der Küche auch Offroad unterwegs waren. Die Zugmaschinen waren schwer vom Matsch gekennzeichnet. Die spielen in einer weit höheren Camping-Liga als ich Anfänger.

Samstag, Juli 12, 2025

Fränkischer Adel in der Puzsta

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Eine kleine sommerliche Radrunde.
Die Burg in Gyula
Schloss Wenckheim
Das alte fränkische Adelsgeschlecht hatte gute Beziehungen zu den Habsburgern und erhielt zahlreiche Ländereien nach dem Rückzug der Osmanen. So auch hier in der Körös-Maros-Puzsta. Das Schloss ist von einem großen Naturpark umgeben.
Übrigens stammt hier aus Gyula der Vater von Albrecht Dürer, Goldschmied Albrecht Dürer, der Ältere.