Dienstag, September 15, 2026

Ein serbischer Tag

... wie er im Buche steht gestern. Mit zwei Autoetappen bin ich mautfrei bis nach Sombor gefahren. Es war Sonntag am Nachmittag und die Wechselstuben waren nicht geschäftig. Der hiesige Zeltplatz "Sosul" hat hervorragende Bewertungen. Ich beschloss, hier zweimal zu übernachten und am Montag auf einer Radrunde durch das europäische Amazonien "Kopački rit" mir früh die notwendigen Dinare zu beschaffen. Es stellte sich heraus, dass ich diesen Weg durch das unklare Grenzgebiet zwischen Kroatien und Serbien schon gefahren bin. Doch 2023 noch mit dem biologischen Rad mit Gepäck, sodass ich mir damals die Abstecher zur Donau gespart habe. Jetzt wachsen in der Donau die ersten Sanddünen. Selbst der alte Einsiedler in Vagoni hatte so etwas noch nicht erlebt. Er freute sich über meinen Wunsch auf ein Jelen pivo und wir wechselten einige Worte vor den Resten seiner ehemaligen Schänke. 
Sanddünen in der Donau
Nicht weit in Apatin wird das Jelen pivo gebraut. Mit rund 14000 Einwohnern war Apatin in Jugoslawien bis 1945 die größte deutschsprachige Gemeinde. Die Brauerei feiert dieses Jahr das 270-jährige Bestehen. Die Schwaben haben wohl nach ihrer Fahrt in der Ulmer Schachtel Durst gehabt und erstmal eine Brauerei gegründet. Hier hatte ich dann auch den ersten Pleskaviza im Lepinja, dem Fladenbrot mit ordentlich Zwiebel.
Mein Standpunkt, umschwirrt von mittlerweile ein dutzend Hornissen
Heute umgesetzt in das Serbische Erzgebirge auf einen 150-jährigen Bergbauernhof. Mein Gastgeber hat hier aus einer Ruine ein Paradies geschaffen. Hier bin ich jetzt für drei Nächte ganz allein. Sein Schwager, deutsch gelernt als Gastarbeiter, beruhigte mich am Telefon: Wilde Tiere sind nur Hirsche, Wildschweine und ein paar Schakale. Hector, der kleine Hofhund, bewacht mich hier und der Rakija beruhigt mich.

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