Damals 2011 auf der Radtour nach Odessa kannte ich als Merkwürdigkeiten in Moldawien nur die beiden seltsamen Autonomien Transnistrien und Gagausien. Ich bin zwar durch Orhei gekommen, wusste aber nichts von der wunderbaren Landschaft Alt Orhei.
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| Belvedere |
Hier macht das Flüsschen Răut (russisch Ре́ут Reut) in seinem tiefeingeschnittenen Tal zwei Schlingen. Diese formenreich strukturierten tiefen Flusstäler, für die die Schlingen von Orheiul Vechi exemplarisch stehen, heben sich deutlich von den ansonsten in Moldawien vorherrschenden, eher monotonen flachhügeligen Steppengrasflächen und Äckern ab und fordern eine Drohne zur Präsentation. Das war mir schon zu Hause klar, leider habe ich das Gerät nicht ins Fluggepäck gekriegt. An deren Hängen treten zwischen weichen tonigen und sandigen Schichten und Konglomeraten an manchen Stellen ältere Gesteine wie kreidezeitliche Kalke oder noch ältere Granite hervor. In den Schichten der Kreidezeit finden sich viele fossile Muscheln.
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| Muscheln aus der Kreidezeit |
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| Der Fluss Răut |
Dieses Gebiet ist nachweislich schon seit der Steinzeit besiedelt.
Seinen zivilisatorischen Höhepunkt hatte es im 14. Jhdt. als tatarische
Festung Schehr al-Jadid mit Palast, Karawanserei und einem großen
Badehaus.
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| Das Tartarenbad |
Ich habe mich in der Pension Valea Stâncii in Trebujeni für drei Nächte eingemietet, um die Gegend mit dem Rad zu erkunden. In den Nächten hat es noch Frost, im Auto müsste ich die Standheizung laufen lassen. Aber ihr wisst: Ölkrise. Morgen gehts nach Gagausien.
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| In Trebujeni |
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