Heute wurde ich ich einige hundert Meter auf dem Beifahrersitz meines Singlevans chauffiert. Ich hatte schon immer bei Planungen für Touren durch Mazedonien die alte Bergbaustadt Kratovo im Visier. Es führt nur ein Tal heraus, ansonsten musst Du Buckel von fast 1000 Höhenmeter überwinden. Eine Straße führt nach Stip, die Andere ist eine 30 km lange Sackgasse auf 1500 m ins Gebirge. In der Stadt gibt es kaum zweispurige Straßen und dort hatte ich ein Etno Kuca mit Parkplatz gebucht. Die Gassen haben nie unter 7% Steigung und sind i.d.R. grob gepflastert. Es war ein Alptraum. Die Linkskurve zum Etnohaus war für mich und meine Karre nicht machbar. Also ließ ich mich per mapy.cz von oben zur Unterkunft leiten. Es war ein ständiges Gepiepse der Abstandssensoren. Dort hollte ich mir den ersten Kratzer in Kratovo am hinteren rechte Kotflügel. Nach weiteren Gassen, die ich nie im Lebbe rückwärts gemeistert hätte, grinste mich von vorne ein VW Sharan an. Nach Navi noch 30 m bis zur Unterkunft. Nun war mein Alptraum auf dem Höhepunkt. Links neben mir gab es ein Gittertor zu einem Plateau, wo möglicherweise ein 3-Punkt-U-Turn möglich schien. Da tauchte eine schmunzelnde Frau auf, die sofort die Herkunft dieses Idioten erkannte. Ein deutscher Touuurist! Ich fragte sie, ob sie mir das Gitter aufmachen kann, damit ich wenden und vorwärts meiner Falle entschlüpfen kann. Beim rückwärts reinfahren vorn rechts der zweite Kratzer in Kratovo. Da kam ihr Mann und weitere Nachbarn, denen das Alles ausführlich erläutert wurde. Die Lösung war dann, dass der Mann uns nach ausführlicher Erläuterung der Bedienung eines Automatikautos mit mir als Beifahrer rückwärts ca. 200 m raus bugsierte - ohne Kratzer in Kratovo. Er war mein Held. Ich flüchtete die Sackgasse hoch ins Gebirge, was aber noch nicht die Freiheit bedeutete. Wenden und zurück in den Alptraum. Atemberaubende Tiefsichten hinunter in den Krater habe ich als Fotograf ignoriert. Dort kannste auch nicht anhalten, das ist eine einspurige Straße-. Der Mazedonier und speziell der Kratover an sich nutzt jeden erdenklichen Fleck zum Parken. Weshalb der Vorschlag der Familie unten im Zentrum einen Parkplatz zu finden und zum Etnohaus zu laufen, illusorisch ist. In einer scharfen Linkskurve im Zentrum parkte Einer seinen 5er BMW im Scheitel der Kurve. Ich opferte mein Auto - der dritte Kratzer in Kratovo. Es gibt Orte, da kommt man trotz Straßen nur mit dem Fahrrad hin.
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