Ich entscheide von Tag zu Tag und Wetter zu Wetter, wo die Reise hingehen soll. Aktuell geht die Sonne über den Măciner Bergen unter, ich bin wieder zurück in Rumänien am Rande des Donaudeltas in Murighiol. Das Auto funktioniert für mich nur als Transportmittel zum Ziel. Unterwegs gibt es nichts zu entdecken, zu besuchen oder sonst einen Anlass zum Halten. Das Lenken fordert meine volle Aufmerksamkeit, selten fällt mir was aus der Umgebung auf. Die letzten zwei Tage bin ich nach Gagausien und dann weiter hierher ins Delta gefahren. Die Hauptstadt Chisinau habe ich auf der LKW-Umgehung westlich umfahren. Die Brummer haben mich bei angewiesenen 50 km/h gejagt. Im Zentrum von Comrat, der Hauptstadt der Gagausen, sah ich ein mit Stacheldraht gesichertes Gebäude, davor ein Wachmann und die türkische Flagge. Leider aber keinen Platz, der mir Nichtautomobilisten ein gefahrloses Ein- und Ausparken zuließ. Zu den ethnischen Wurzeln der Gagausen streiten sich die Gelehrten. Ohne Zweifel ist die Verwandschaft der Sprache der Gagausen zum osmanischen Türkisch. Die können sich wohl tatsächlich verstehen und unterhalten. Ich hätte schon gern dort "boots on the ground" geforscht, was das für ein Gebäude ist. So fuhr ich weiter nach Congaz. Das ist die gagausische Station der DIAMIR-Reisen nach Moldawien.
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| Die Gaststube |
Hier gibt es Ethno&Eco-Etablissement. Hotel und Restaurant liegen gut 1000 m auseinander, gut dass ich mein Rad mit hatte. Bisher habe ich mit den Gagausen mich sehr gut russisch verständigen können. Bei der gagausischden Gastwirtschaft gab es eine Chefin, die mich in englisch willkommen hieß. Draußen war es schon recht kalt, also schob sie mich in eine kleine Ethno-Stube mit vier Gedecken auf dem Tisch. Diese Stube teilte ich noch mit einer niedlichen Bettelmiez.
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| Die Bettelmiez |
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| Angebot im Kirchenkiosk |
Dann kam die Bedienung als Mädchen in Tracht. Den gagausischen Bortsch und das schweinige Kaurma (beachte die Verwandschaft zum bulgarischen Kawarma) konnte ich aus der köstlich illustrierten Speisekarte darlegen, das gewünschte Bier verstand sie nicht. Später, als ich die gagausischen Köstlichkeiten schon verkasematuckelt hatte, verstand sie meine Bitte "Принесите пожалуйста пиво."
Später war ich noch an der Kirche in Congaz. Die Gagausen sind orthodoxe Christen. Selbst die jungen Kerle hielten vor der Pforte zum Kirchhof inne und bekreuzigten sich dreimal. Im Kirchenkiosk gibt es kleine Spray-Fläschchen mit der Aufschrift "MYRO". Ist das Weihrauch-Parfum? GoogleLens konnte nicht helfen.
Heute an der moldawischen GÜST bei Cahul gab es wieder eine Herausforderung vom Wackelkontakt. 3malige Wiederholung führte zum Ziel. Die Grenzer haben nur bissel komisch geguckt. Die nächsten drei Tage dann wieder auf dem Rad, da gibt es auch wieder Bilder.
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