Montag, Juli 02, 2018

Im Tal der Arda

Wieder 1000 Höhenmeter auf dem Weg von Devin nach Smoljan geschafft. Bis Shiroka Laka war es noch ein ordentliches Pedalieren. Das Dorf konnte seine Architektur, Musikkultur, Natur und Geschichte aus der Zeit der Wiedergeburt erhalten.
In Shiroka Laka
Die Orthodoxe Kirche "Hl. Jungfrau Maria " (Православен храм “Св. Богородица”)
Einen kleinen Abstecher in das Seitental nach Gela habe ich schnell abgebrochen. Dort oben gibt es mehrere alte Burgen und Kultstätten der Thraker, zum Beispiel die Turlata. 
Blick zur Turlata, der Kegel im Mittelgrund
Das war auch richtig, ich bin am Nachmittag zum Pass hoch viel Rad gewandert, soll heißen: Geschoben. Hier um Stoikite gibt es wieder die Waldkooperative “Borika”. König Karl Ferdinand, einer aus dem Haus Sachsen-Coburg-Gotha, stiftete seinen Waldbesitz in den Rhodopen. Die Einwohner konnten für einen 1Goldleva 1ha Wald kaufen. Er brauchte wohl Bares nach den Balkankriegen. Es wurde eine Kooperative gegründet, die den Wald bis zu den Kommunisten verwaltete. Zur Wende in Bulgarien wurde das Gebiet wieder an die neu gegründete Kooperative “Borika” zurückgegeben. Es wird heute “FSC”-zertifiziert erfolgreich bewirtschaftet. Es gibt hier schon Pilze. In Stoikite zeigte Einer mir seinen Korb voll Pfifferlinge und einen weiteren gefüllt mit diversen anderen Pilzen.
Die Abfahrt vom pereval unter dem Großen Perelik hinunter nach Smoljan war spektakulär. Da freue ich mich immer wieder über meine zuverlässigen hydraulischen Felgenbremsen.
Auf dem Weg ins Arda-Tal nach Smilyan
Zum Pass hinüber ins Tal der Arda von Smoljan aus
Es gilt wieder, einen steilen Pass zu bewältigen, hinüber ins Arda-Tal nach Smiliyan. Bin wieder gewandert.
Auf dem Pass hat Vladimir Serafimov seine Gedenkstätte, der 1912 die Gegend um Smoljan im Rahmen des Ersten Balkankriegs als Befehlshaber des 21. Regiment Sredna Gora von den Türken eingenommen hat. Das Dorf Tschokmanovo am Pass soll heute nur noch 50 Einwohner und einen Laden haben. Vor diesem einem Laden trank ich mit einem Einwohner ein Zagora spezialno, er erzählte mir die ganze Geschichte (was ich so verstanden habe).
Auf der Abfahrt traf ich einen bulgarischen Strahler. Er rief mich heran und bot mir einen kalten Kaffee aus seinem Wohnmobil an.
Beim Strahler
Dann fielen mir seine Steine auf, zum einen zum Trockenen ausgelegt oder beim Waschen am Brunnen. Dann zeigte er mir seine in den Rhodopen im letzten Monat gefundenen Schätze. Es hat und regnet hier zur Zeit viel, so werden auch viele Kristalle frei geschwemmt.
Ein Sahnestück war ein Bergkristall, gekrönt mit einigen Stibnit-Kristallen (Antimonit-Nadeln).
Es gewittert und drascht in Smilyan, ich habe mich für die nächsten drei Nächte hier einquartiert. Es ist gegen 3 Uhr nachmittags am zweiten Tag der zweiten Hälfte des Jahres, ich mache jetzt ein Nickerchen.
In Smilyan