Montag, September 28, 2026

Entlang des Drin

Ich entschloss mich nach dem letzten Tagebucheintrag, dem Drin zu folgen. Für den mazedonischen Abschnitt von Strugar nach Debar gilt wieder einmal: Hier bin ich schon mit dem Rad lang. Das war vor 20 Jahren mit Ralf, wir sind dann hoch nach Mavrovo gestrampelt. Der Grenzübertritt nach Albanien war ohne Probleme, nur der albanische Zöllner im sportlichen Trainingsanzug mit Zollwappen wollte mal hinten rein gucken und ich deshalb aussteigen. Nach
Willkommen in Albanien
Dahinten unten ist der Drin
Peshkopi war die Straße atemberaubend. Sie führte östlich des Drin einige hundert Meter oberhalb des Flusstals nach Norden. So ergaben sich nach jeder Linkskurve grandiose Tiefblicke. Die aber der Auto fahrende Ebs endlich genießen konnte, da es an den Kuppen Plätze zum Parken gab. Diese Route hatte ich mir schon in der Vergangenheit für Radtouren ausgeguckt ... und in der Tat es kamen mir 6 Weltumradler entgegen. Es ist eine äußerst herausfordernde Route, aber lohnend.
Ich habe mich in einem Dorf vor Kukes bei einem kernigen Albaner in seinem "Super Panorama Guesthouse" für drei Nächte eingemietet. Heute feiert er seinen 24. Geburtstag, dazu ist er ein fleißiger Brenner von Raki von der Traube. Er führt seit 5 Jahren das Guesthouse und hat sich ein beeindruckendes Englisch durch seine Gäste angelernt. Da komme ich nicht mit. Er kennt sich touristisch sehr gut aus in Heimatland aus und konnte uns, einem Päärchen aus Holland und mir viele Tips geben. Er verstand nur nicht, warum ich nicht noch bei dieser Tour das Alles abfahre.
Einen Tipp habe ich beherzigt und bin durch eine Schlucht hoch in das Land der Goranci nach Topojan gefahren. Die Goranci sind eine südslawische, muslimische Volksgruppe in der Balkanregion Gora im Grenzgebiet zwischen dem Kosovo, Albanien und Nordmazedonien. Kurz vor Erreichen des Dorfes und im Angesicht einer steilen Serpentine bin ich bei einem Akkustand von 30% umgedreht. War richtig, beim Eintreffen zur Geburtstagsfeier meines Freundes wurde 12% angezeigt. Die Tour führte über 65 km.

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