Mittwoch, September 25, 2019

Immer mehr in das griechische Leben eintauchen.

25.9.2019
Von Stavros aus nahm ich die Uferstraße am Strymonischen Golf auf den Finger Athos der Halbinsel Chalkidiki.
Olympiada
Die Retsina-Spur erhält eine Schwester. Im nächsten Dorf an der Ostküste von Chalkidiki in Olympiada war die Zeit des Frühstücks gekommen. In einer Bäckerei fand ich ein gutes würziges Burek, am Strand war ein Kaffee offen. Der Wirt hat wohl meine neu- & gierigen Augen bemerkt, als er einem würdigen Op’ sein Frühstück servierte. Er war der Einzigste aus der Runde der Pensionäre, der schon gegen 9 Uhr einen Ouzo zu seinem Gedeck erhielt. Nach dem Kaffee und dem würzigen Burek verspürte ich noch ein wenig Durst. Ich bestellte mir einen Ouzo. Der Wirt hatte viele Fragen an mich, ich beantwortete sie all mit ja. Ich erhielt das gleiche Frühstück wie der Op’. Einen Ouzo, noch glockenklar, kaltes Wasser und einen Teller mit Leckereien: Sardinen, Oliven, Feta, Bohnen, manches davon in scharfer Tunke, eingemachte Gurken. 
Das wird mein künftiges Ouzo-Frühstück, großartig.
Bei Nea Roda sehe ich ein Hinweisschild auf den Kanal des Xerxes. Der alte Perser und Pharao hat hier für seine Flotte im Krieg gegen die Thraker und Makedonier um 480 v.C. einen Kanal bauen lassen und damit für kurze Zeit den Isthmus der Halbinsel Athos durchbrochen. Nach seinem Feldzug verlandete der Durchbruch aber wieder.
Der Hafen von Ouranoupoli (griechisch Ουρανούπολη) mit seinem Wehrturm, den Turm von Prosphorion
Ich bin jetzt in Ouranoupoli auf Athos. Es ist der Versorgungshafen für die Mönchsrepublik Athos. Ich habe mir eine Ferienwohnung für 36 Euro pro Nacht für die nächsten zwei Tage gemietet. Ich komme gerade vom Abendbrot. Dort hatte ich zwei 80-jährige Tischnachbarn: Eine österreichische Pensionärin und ein (Nord)-mazedonisches Schlitzohr, der uns die Ohren fusselig gequasselt hat. Der Typ war Hans Dampf in allen europäischen Gassen und hatte zum wirklich letzten politischen Thema eine Meinung zum Kund tun. Und das alles in einer Rede ohne Pause und Übergang. Wir haben die gesamte balkanische Geschichte seit Alexander dem Großen bis zu den Jugoslawienkriegen durchgekaut. Spektakulär!

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