Freitag, September 27, 2019

Vor dem Heiligen Berg Athos

26.9.2019
Der Trubel hält sich in Grenzen, Ende September ist in Ouraoupoli der Tourismus praktisch abgeflaut. Das ist nämlich hier ein Paradies. Der Spruch “Zu Hause sei es doch auch schön” wirkt hier im höchsten Grade lächerlich. Ouraoupoli ist der Abgangshafen für die Mönchsrepublik am Berg Athos. Gegen 9 Uhr kommen sie alle aus ihren Hotels und Pensionen, die männlichen Pilger und etliche Ehrwürdige. Es sind in der Mehrzahl Serben, Bulgaren, Russen und Rumänen. Unter den Rumänen gibt es besonders viele junge Männer als Ehrwürdige. Die Russen bilden da eher zivile Himmelfahrtsausflüge.
Das Pilgerschiff
Die Fähre mit dem Kreuz über der griechischen Flagge verlässt in dreißig Minuten den Hafen. Ich habe genau hingeschaut, die Polizei verlässt sich darauf, dass bei der Visaerteilung das Geschlecht geprüft wurde.
Ich nehme am Frauenprogramm teil und kaufe mir für 20 Euro ein Ticket für eine drei stündige Kreuzfahrt vor dem Heiligen Berg. Es ist eine ähnlich gute Entscheidung, wie damals die Fahrt nach Helgoland. Man kriegt in vielen Sprachen Europas die Geschichte von Athos und die der Klöster, die vom Boot aus gerade zu sehen sind, erläutert.
Moni Simonos Petras (griechisch Ιερά Μονή Σίμωνος Πέτρας Ierá Moní Símonos Pétras, deutsch ‚Heiliges Kloster des Felsen Simons‘
Die Mönchsrepublik entstand praktisch als Ergebnis der 3. und 4. Kreuzzüge, als die fränkischen Ritter das christliche Konstantinopel erobert haben. Einige der Reliquien konnten vor den Plünderungen auf die Mönchsrepublik gerettet werden. Zum Beispiel das größte Stück des Kreuzes weltweit, woran der Jesus angenagelt wurde. Heute befindet sich diese mit Diamanten besetzte Kostbarkeit in einem der Klöster.
Das Kloster des Hl. Pantaleon (griechisch Άγιος Παντελεήμων, Aghios Panteleimon, bekannter als Ρωσσικόν, Rossikon). 2005 pilgerte auch Putin hin.
Oder das Kloster des Hl. Pantaleon (griechisch Άγιος Παντελεήμων, Aghios Panteleimon, bekannter als Ρωσσικόν, Rossikon). Es ist das jüngste und heute größte Kloster am Berg Athos.
"Als der russische Admiral Fjodor Uschakow nach dem 1774 für Russland siegreich beendeten Russisch-Osmanischen Krieg (5. Russischer Türkenkrieg) von 1776 bis 1779 mit seiner Fregatte im östlichen Mittelmeer kreuzte, stellte er das Kloster unter seinen Schutz. Zarin Katharina II. approbierte diesen Schritt, indem sie das Rossikon unter ihre Schirmherrschaft nahm. Die Mönche, die das alte, in den Bergen gelegene Kloster (Palaiomonastir oder Staryj Russik genannt) 1765 verlassen hatten, übersiedelten in das neue Kloster, das unmittelbar an die Meeresküste errichtet wurde." (Wikipedia)
Folglich pilgerte 2005 auch Putin dorthin. Solche Geheimnisse werden dem Touristen verraten, wenn er an dieser Kreuzfahrt teilnimmt.
Immer wieder begleiten Delphine unser Schiff. Dann geht der Kapitän auf Schleichfahrt, um genügend Bilder und Videos zu ermöglichen.
27.9.2019
Heute bin ich zu einer Radrunde gestartet, um mal an die Grenze der Republik heranzukommen. Es gibt einen Landweg parallel zur Grenze über die Halbinsel. Leider ist auf mapy.cz die Grenze nicht eingezeichnet.
Metóchion Chourmítsa (Μετόχιον Χουρμίτσης); im Hintergrund der Gipfel des Berg Athos
Hinterher auf OSMAND konnte ich erkennen, dass ich selbst auf meinen Abwegen nie näher als 1 km an die Grenze herangekommen bin. Trotzdem war diese Route durch die Reste der Pinienwälder ein Erlebnis.
Strand bei Nea Roda
Drüben in Nea Roda habe ich dann den Mazedonier diesmal mit seiner richtigen deutschen Freundin wieder getroffen. Ich konnte ihm leider nicht mit seinem aus diversen Leitungen tropfenden Automobil helfen. Er scheint nicht nur die Weiber, sondern auch die Probleme aufzusammeln.

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