Dienstag, April 16, 2019

Über die Rhodopen

Es waren die erwarteten schweren Tage mit einem Aufstieg auf über 1600 m, dorthin wo noch der Winter zu Hause ist.

Ich fand in Belitsa einen schönen Platz zum Zelten auf der anderen Seite des Flusses auf dem Spielplatz neben der Hütte der Baba Jaga. Abends bin ich noch in die kleine Kneipe “Caffee aperitif 1 Stern” nach dem bulgarischen Standard der Gastronomie. Niedriger geht’s nicht, aber die Gastfreundschaft kennt keine Sterne in diesem Standard. Ich wählte einen weißen Wein mit einer schweren Note und ganz zum Schluss ein wenig retsina. Der größte Suffke spendierte mir gleich noch ein zweites Glas. Obwohl der Wirt selbst raucht, in seiner Kneipe verbietet er es stikt, schmeißt auch gleich mal Einen raus.

In Laki zum Frühstück bei einem Stück Torte beschloss ich doch den Aufstieg über die Straße #861. Schon im Ort zogen die Prozente der Steigung an.

Nach einigen Kilometer traf ich auf eine Mine, es gibt also tatsächlich noch Bergbau im Gebiet. Damit erklären sich auch die vielen schweren Dumper die graues Gestein vom Berg herunter bringen. Ich kann an einem Schacht den Aufzug des Erzes und die Beladung der LKW beobachten. Interessante Arbeitsschutz-Zeichen sind an diesem Arbeitsplatz angebracht. Einer der Mineros schenkt mir einen Erzbrocken, der in vielen Farben schillert, einschließlich Gold. Dieser Schacht geht 500m abwärts. Weiter oben dann eine weitere Mine “Rudnik Drushba”. Bis hierher ist es eine normale Straße, dann ein asphaltierter einspuriger Weg. Es soll oben noch ein Dorf Shdranets mit einem Hotel geben. Meine Rettung?

Es ist alles offen, bis zur Küche, ein Schild heißt die Gäste “Dober doschli”, herzlich willkommen. Ich mache in Sesseln der Lounge ein Nickerchen. Dann kommt Einer: “Hotel no working”. “Wo kann man hier zelten?” In ca. 50 Meter einen Feldweg in einem Nebental hinauf gäbe es einen Rastplatz mit Wasser und Feuerstelle. Dort könne ich zelten. Ich gehe zu Fuß hoch und finde einen großartigen Platz zum Zelten mit Kamin, Quelle und großzügiger Hütte mit Sitzplätzen.

Die ganze Zeit kommuniziere ich mit Anne und Detlef aus Rudolstadt, die auch einen Osterausflug in Bulgarien machen. Ich lotse sie zu diesem Platz, etwas herausfordernd die Anfahrt für einen Caddy. Es wird ein toller Abend.

Heute habe ich die letzten 15 km Aufstieg in den Winter absolviert und bin jetzt bis Banite gefahren. Hier wollen wir uns nochmal treffen.

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